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Interpol – Live im Mehr! Theater, Hamburg

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Wenn Interpol in der Stadt ist, ist die Stadt da, wo Interpol spielt. In diesem Fall also im Mehr! Theater am Großmarkt. Wortspiele über die bezaubernde Atmosphäre in der Großmarkthalle lassen wir heute außen vor, obwohl ab 2020 Harry Potter sein neues Zuhause in der Konzertlocation finden wird.

Ob das bedeutet, dass wir dann keine Konzerte mehr hier erleben werden, oder, dass Künstler wie Noel Gallagher und Tom Odell künftig zwischen Hogwartskulissen aus Pappmaschee performen müssen? Wissen wir nicht, und kann uns eigentlich auch egal sein.

Nicht egal ist uns, dass das Mehr! Theater schon lang nicht mehr so voll war wie an diesem Abend. Die Post-Punker aus New York ziehen noch und der Altersschnitt ist ausgewogener als die Getränkepreise. Ist nicht schwierig, ist aber so.

Nach fanshirttragenden Superfans sucht man vergeblich und man ist glücklich darüber, dass hier kaum jemand wegen irgendeines Hypes zu sein scheint – stattdessen aus persönlichem Bock. Dieser persönliche Bock wird zum kollektiven, als die Lichter ausgehen und Interpol die Bühne betreten.

Eine anfangs reduzierte Lichtshow setzt am Design des aktuellen Albums „Marauder“ an und konzentriert sich größtenteils auf rotes und weißes Licht, ehe nach „If You Really Love Nothing“ die Discokugel die ganze Halle bestrahlt. Zentral über Paul Banks platziert wirft sie als Katalysator einen Lichtstrahl hundertfach auf das Publikum zurück. Sieht schön aus, blendet manchmal und macht aus dem abgenutzten Disco-Accessoire etwas, das fast expressionistisch wirkt.

Die Band spielt „Public Pervert“, „Say Hello To The Angels“ und „Number 10“, während das Publikum kaum einmal den Blick von ihr wendet. Am Sound der US-Amerikaner ist kaum etwas auszusetzen. In der Halle, die sonst so viel Sound schluckt, kommen Gitarre und Drums in all ihren Ebenen zur Geltung. Einzig die Stimme Banks‚ geht im post-punkigen Wust etwas verloren und könnte etwas mehr Präsenz vertragen.

Die zweite Hälfte des Sets leitet „The Rover“ ein, das als erste Single des aktuellen Albums unter aufwendiger Inszenierung veröffentlicht wurde. Als fordernder Appell an eine Gesellschaft, die Rückgrat und Haltung verliert, sollte „Marauder“ den Zeitgeist vertonen, mahnen.

Intensiv und treibend, der Song, der vom Konzept am ehesten Hit sein will, erhöht die Spannung, auf der „Rest My Chemistry“ aufbauen soll. Das funktioniert, eben weil der Kontrast so groß ist und auf Entladung und Befreiung ohne Vorbelastung aufgebaut werden kann.

Paul Banks ist wortkarg und verliert zwischen den Liedern kaum Worte. Tut er es doch, versteht man sie wegen der gemäßigten Lautstärke sowieso nicht ganz so gut. Gegen Ende des Sets und des Abends kann sich daran aber eh niemand mehr stören.

„Leif Erikson“, „All The Rage Back Home“ und „Evil“ lassen die Zugabe fast obsolet wirken, die so oder so kommt. Nach kurzer Unterbrechung und unwesentlicher Lichtdimmung steht die Gruppe wieder auf der Bühne und das Publikum in Erwartung des Endes ihr gegenüber.

„Lengths Of Love“ und „Slow Hands“ beenden stellvertretend für ihr Album „Antics“ den Abend und verweisen subtil darauf, dass die Band immer noch von ihrem frühen Erfolg zehrt. Nach einer ganzen Tour für „Turn On The Bright Lights“ aus dem Jahr 2002 jetzt also die Tour zum neuen Album mit einem Haufen persönlicher Klassiker.

Stören? Kann und will man sich nicht daran, dass alte Songs das Skelett des Sets ausmachen und es von „Marauder“ gerade mal die Hälfte der Tracks auf die „Marauder“-Tour geschafft haben. Warum denn auch?

Die meisten kommen eh für das, was die Band seit über zehn Jahren spielt und Interpol selbst auch irgendwie. Zumal „Marauder“ sich nahtloser kaum in den Katalog hätte eingliedern können. Klingt nach Interpol, sieht aus wie Interpol: Ist Interpol.

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