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Deerhunter – Why Hasn’t Everything Already Disappeared?

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Was tun, wenn der eigene Schlaumeier-Indierock im eigentlich richtigen, und zwar vordefinierten See mit zerklüfteten Ufern schwimmt und trotzdem weder an den Kritikerstatus von Neutral Milk Hotel noch an den kommerziellen Erfolg von The National heranreicht?

Man erfindet ihn eben nicht immer neu, das wäre zu einfach. Man bleibt aber auch nicht dabei, das wäre noch einfacher. Deerhunter machen mit „Why Hasn’t Everything Already Disappeared?“ zum wiederholten Mal einiges anders, vieles richtig, und kommen doch nicht vom Fleck.

Bradford Cox dürfte das ganz recht sein. Er ist ein Trotzkopf, der die eigenen Anhänger nur zu gern aufs Korn nimmt. Er spielte einst ein Konzert in Minneapolis, bei dem er „My Sharona“ von den US-Rock’N’Roll-Eintagsfliegen The Knack in Dauerschleife coverte, bis die Menge mit Stühlen und Flaschen antwortete.

Auf „Why Hasn’t Everything Already Disappeared?“ lässt er in „Détournement“ eine esoterische Computerstimme Japan, Sonnenaufgang, Slazwasser und Kontinente begrüßen: „Good mornign to Japan, an eastern sunrise.“

Diese dreieinhalb Minuten wären selbst Wayne Coyne für seine morgendlichen Yoga-Übungen zu weird. Der rein instrumentale und recht psychedelische Synthesizer-Abgang in „Nocturne“ dürfte ihm eher taugen.

Aber natürlich hat das achte Studioalbum der Band aus Atlanta auch an Songs gedacht, in denen sich wieder liebevoll Cembalos mit leicht windschiefen Gitarren verkannten. „Death In Midsummer“ und „No One’s Sleeping“ klingen wie sie heißen und sind Vertraute im Deerhunter-Kosmos.

Es hätte aber auch ganz anders kommen können und wäre wohl doch nur Rückgriff. Auf „Monomania“ etwa waren Deerhunter 2013 für ihre Verhältnisse richtig laut, und wurden auf „Fading Frontier“ zwei Jahre später wieder leiser, damit Cox seinen Verkehrsunfall im Jahr davor verarbeiten konnte.

Mit den Xylophonen in „Tarnung“ und dem wunderschönen „What Happens To People“ sind sie heute irgendwo darunter und darüber und direkt The Shins auf den Fersen.

Das sind unverfälscht schöne Indiesongs, mit dem Herz am rechten Fleck. Und irgendwie ist es beruhigend zu wissen, dass auch das die Band nicht aus ihrem eingangs erwähnten Dilemma retten wird.

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