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Ich habe noch viele Ideen im Kopf – Sharon Van Etten im Interview

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Wer sich in puncto Sharon Van Etten ausschließlich mit den Solo-Werken der New Yorkerin beschäftigt, der könnte durchaus denken, dass sich die Sängerin und Songwriterin seit der Veröffentlichung ihrer letzten EP „I Don’t Want To Let You Down“ (2015) ziemlich rar gemacht hat. Hat sie aber nicht – ganz im Gegenteil.

Sharon Van Etten war in den vergangenen Jahren alles andere als untätig. Sie studierte Psychologie, feierte ihre Schauspieler-Premiere innerhalb des Netflix-Dramas „The OA“, wirkte musikalisch an David Lnynchs Revival von Twin Peaks mit, schrieb Filmmusik für Katherine Dieckmanns Film „Strange Weather“ und wurde ganz nebenbei auch noch zum ersten Mal Mutter.

Ach so, hinzu kommt natürlich auch noch die Fertigstellung ihres neuen Studioalbums „Remind Me Tomorrow„, auf dem es musikalisch viel Neues zu entdecken gibt. Im Zuge der Promo für ihren mittlerweile fünften Longplayer verabredeten wir uns mit Sharon zum Interview und plauderten über Kinderchaos, neue Soundpfade und Zukunftsträume.

MusikBlog: Sharon, dein neues Album trägt den Titel „Remind Me Tomorrow“. Das Cover des Albums ziert ein Foto, auf dem zwei kleine Kinder zu sehen sind, die es sich in einem etwas unaufgeräumten Wohnzimmer so gemütlich machen. Erklärt sich die Verbindung zwischen Foto und Albumtitel von selbst?

Sharon Van Etten: (lacht) Ich denke schon.

MusikBlog: Woher stammt das Foto?

Sharon Van Etten: Das Bild stammt aus dem privaten Fotoarchiv von Katherine Diekmann.

MusikBlog: Und die Geschichte dahinter?

Sharon Van Etten: Nun, Katherine und ich, wir kennen uns schon ziemlich lange. Ich habe für ihren Film „Strange Weather“ die Filmmusik geschrieben. Ich habe sie schon immer dafür bewundert, wie sie es schafft, die Musik und ihre Familie so wunderbar und ausbalanciert unter einen Hut zu kriegen.

Ich sagte ihr, ich will das irgendwann auch so hinbekommen, und fragte sie, wie ihr Geheimrezept aussähe. Daraufhin zeigte sie mir dieses Foto und sagte: Du wirst es herausfinden, liebe Sharon. Ich wurde dann ja selbst schwanger und musste in der Folge immer wieder an dieses Foto denken.

Wir trafen uns dann irgendwann wieder. Ich erzählte ihr von meiner Schwangerschaft, und wir weinten beide vor Freude. Dann zeigte sie mir wieder dieses Bild. Da wusste ich: Dieses Foto kommt auf das Cover meines nächsten Albums.

MusikBlog: Du bist jetzt selber Mutter. Inwieweit haben dir die „Tipps“ von Katherine Diekmann beim Finden deiner eigenen Balance zwischen Musik und Familie helfen können?

Sharon Van Etten: Der Satz – „Du wirst es herausfinden“ – mag zunächst etwas platt klingen, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Man kann sich auf das Muttersein nicht wirklich vorbereiten. Wenn es soweit ist, macht jeder seine eigenen Erfahrungen.

In meinem Fall steht die größte Herausforderung noch bevor. Ich war seit der Geburt nämlich noch nicht auf Tour. Ich habe nur ein paar vereinzelte Shows gespielt. Heutzutage ist das Touren für einen Musiker aber wichtiger denn je.

Wer nicht auf Tour geht, der hat es, nur mit dem Verkauf von Alben schwer, ein weitgehend unabhängiges Leben zu führen. Ich werde in diesem Jahr also wieder auf Tour gehen. Und dann wird sich zeigen, ob ich der Herausforderung gewachsen bin. (lacht)

MusikBlog: Du hast dich in den vergangenen Jahren so einigen Herausforderungen gestellt. Die Geburt deines Kindes und den Soundtrack für „Strange Weather“ hast du bereits erwähnt. Du hast aber auch noch studiert und geschauspielert. Wie hast du da noch Zeit für die Aufnahmen eines neuen Albums finden können?

Sharon Van Etten: Das Schreiben neuer Songs habe ich immer auf dem Schirm. Das funktioniert ganz automatisch. Mal setze ich mich ganz bewusst hin, mal läuft es so nebenbei. Das ist ganz unterschiedlich. Aber ich bin irgendwie immer in Bereitschaft. So sammeln sich die Ideen. Und irgendwann hat man dann genug Material beisammen.

MusikBlog: Diesmal gibt es weniger Gitarren zu hören – dafür umso mehr elektronische Sounds. Auch das Klavier rückt wieder mehr in den Vordergrund. Wie kam es dazu?

Sharon Van Etten: Ich hatte während des Schreibens meist einen Drumcomputer und ein Keyboard oder mein Klavier dabei. Ich habe auch oft zur Gitarre gegriffen. Aber am Ende waren es vor allem die elektronischen Sachen, die mich beeindruckt und gefesselt haben. So hat sich das Klangbild einfach in diese Richtung entwickelt.

MusikBlog: Nur eine Momentaufnahme? Oder könntest du dir vorstellen, diesen Weg in Zukunft noch weiter zu gehen?

Sharon Van Etten: Das ist schwer zu sagen. Momentan fühle ich mich unheimlich wohl mit dem Sound. Vielleicht sieht das nächstes Jahr aber wieder anders aus. Ich habe noch viele Ideen im Kopf, die ich irgendwann einmal umsetzen möchte. Ich lasse mich einfach überraschen, wann sich welche Idee in den Vordergrund drängt.

MusikBlog: Kannst du uns da schon mehr verraten?

Sharon Van Etten: Ich würde gerne mal ein komplettes Album nur mit Piano-Balladen aufnehmen. Und ich hätte auch Lust, mal ein reines Country-Album anzugehen. Aber wie gesagt: Das ist alles Zukunftsmusik. Im Moment stehe ich voll und ganz hinter der Musik meines neuen Albums. Alles andere interessiert mich – noch – nicht. (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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