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Laibach – Live im Schauspiel, Leipzig

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Leipzig und Laibach – das passt. Ob Bach-Feste, Wave-Gotik-Treffen oder Konzerthalle: die Slowenen sind immer gern gesehene Gäste in der Messestadt.

Am gestrigen Dienstag hieß ihre Station Schauspiel Leipzig, naheliegend, handelt es sich bei der aktuellen Tour um Variationen des Bühnenstücks „The Sound Of Music“, mit dem die Grenzgänger der Kunst vor Jahren das nordkoreanische Volk beglücken durften. Beziehungsweise die Teile des nordkoreanischen Volkes, die seinem großen Führer würdig erschienen, handverlesen im Theater von Pjöngjang anwesend zu sein, um sich mit asiatisch-gebremster Euphorie an den Musical-Interpretationen zu erfreuen.

Während sich das Haus nahezu vollständig füllt, muhen Kühe und grunzen Schweine vom Band, kurz nach acht schließen sich die Türen und ein Streicher-Intro stimmt auf Kommendes ein.

Die Protagonisten betreten die Bühne, es erscheint nicht Mina Špiler, sondern die schwedische Sängerin Marina Mårtensson, die den weiblichen Part auch bei den Tonträger-Aufnahmen zu „The Sound Of Music“ beisteuerte. Glockenhell ihr Gesang, der zuletzt erschienene Milan Fras, heute mit koreanischen Gewand zur Kopf-Haube, brummt dazu.

Die Setlist der ersten dreiviertel Stunde folgt der Album-Vorgabe, im Hintergrund wahlweise Naturaufnahmen, Landestypisches aus Korea inklusive einer Performance der ortsansässigen Volksarmee.

Das „R“ rollt, der Fras-Jodler sitzt, die Kuckucksuhr schlägt und nachdem „Edelweiss“, „Noodels“ und „Apfelstrudel“ besungen sind, beendet die koreanische Volkslied-Adaption „Arirang“, bei der Boris Benko, der zweite Album-Gastsänger, im Hintergrund nicht ganz synchron zu seinem, eingespielten Part, zu sehen ist, den ersten Showteil.

Wem bei diesem Heimatfilm-Ambiente „Maggie Mae/Auf Der Lüneburger Heide“ vom „Let It Be“-Album in den Sinn kam, der wird nach der Pause weder dieses Stück noch sonstige Gassenhauer erleben.

Denn, nachdem das Hauptprogramm thematisch eher der leichten Muse entsprang, wird es nun heftig. Dem Kontrast-Ansinnen der Künstler folgend, kommen Werke aus der Früh- und Frühstphase der Band zum Vortrag.

„Mi kujemo bodočnost“, „Smrt za smrt“, „Nova Akropola“, „Ti, Ki Izzivaš“ – Laibach machen einen lauten Ausflug in die Zeit, als sie totalitären Industrial-Sound zum Transport-Medium ihrer polarisierenden Botschaften machten.

Hierbei folgt die Visualisierung dem Schrecken von Krieg und Gewaltherrschaft, tauchen bei „Vier Personen“ zwischen den apokalyptischen Reitern Philosophen und Staatsführer aus Geschichte und Gegenwart auf.

Nach diesen beeindruckenden Konzert-Kapitel lassen sich Laibach für den Schluss noch einen Klassiker übrig. Für das Rolling Stones Cover „Sympathy For The Devil“, bei dem der russische Präsident stellvertretend für alle Besessenen über der Szenerie wacht, taucht wieder Marina Mårtensson auf.

Anschließend performt sie in bester Shirley-Bassey-Manier „The Coming Race“ vom Iron-Sky-Soundtrack, bevor die ebenfalls dort ansässige Country-Nummer „Surfing Through The Galaxy“ (Fras jetzt mit Cowboy-Hut) den Deckel drauf macht.

„Make Earth Great Again“ sprach Fras mit Trump-Gestus gegen Ende, dieses Konzert war unbedingt „Great“ und wird im Gedächtnis bleiben. Leipzig und Laibach – das passt.

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