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Turbostaat – Live in der Markthalle, Hamburg

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20 Jahre sind sie schon zusammen in Sachen Musik unterwegs. TURBOSTAAT – fünf nicht mehr ganz so frische Jungs aus Flensburg. Das zelebrieren sie nicht nur mit einer ausufernden Live-Platte „Nachtbrot“, eine Geburtstags-Tour ist natürlich auch angesagt.

In Hamburg gestern ein inoffiziell und kurzfristig angekündigtes Konzert in der Roten Flora, gewidmet den wirklich alten Stücken. Und heute in der ausverkauften Markthalle.

Happening-Feeling schon vor Beginn. Die fast raumfüllenden Treppen rund um den Raum vollbesetzt mit bunt gemischtem Publikum. Erstaunlicher Querschnitt durch alle Altersgruppen und Geschlechter.

Düsenjäger machen den Anfang. Erwachsener Punk, auch schon fast 20 Jahre auf der Uhr. Schleppender Anfang, schon fast melodiös mit Druck. Der Großteil des Publikums nickt euphorisch mit.

Die Band hat sichtlich Spaß, strahlt am Ende rundum zufrieden. Das Publikum auch, Zugabe muss sein. Spielen sie auch. Persönlich freigegeben von TURBOSTAAT am Rand der Bühne. Berührte, feuchte Augen, perfekte Stimmung. Trotz der großen Halle ein rundum angenehmes Punkkonzert im Wohnzimmer.

Alles runter von der Bühne, Flächendeckendes Turbostaat-Plakat hinter die Bühne, Plastikrosen, Teppiche, Unmengen Gegenlicht-Strobes, Hipster-Glühbirnen an jeden Micro-Ständer.

„Ruperts Gruen“. Semona, deren Namen wir erst später erfahren werden, rennt nicht nur im Konzeptalbum „Abalonia“ los, auch hier eröffnet sie. Ab der ersten Sekunde rennen alle mit.

„Alles ist besser, alles ist besser, als der Tod!“. Die Seiten verkehren sich. Jetzt begleitet die Band das Publikum. Direkt gefolgt vom Track mit dem schönsten Titel „Haubentaucherwelpen“, alle singen mit. Das wird bis zum Ende halten, bestimmt viele heisere Stimmen am nächsten Tag.

Schnell wird klar, die Setlist ist einfach zu merken. Einmal „Nachtbrot“ von Anfang bis Ende. Vollgas unterbrochen nur durch drei kurze Ansagepausen. Ein Knaller jagt den nächsten.

Schwer zu definieren wo die Highlights liegen. Das eher ruhige „Ja, Roducheln“ mit dem eingängigen Refrain „So ist das wohl“, bei dem das Publikum die Band leicht übertönt?

Oder eine der komplexeren Unterbrechungen von der „Abalonia“. „Die Namenlosen singen für Dich. Ein Lied voller Trauer und Zorn. Die letzte Bindung ist nur dieser Damm der Sturm reißt ihn bald schon davon.“ Mit Druck geflüstert und geschrien. Dumpf und schiebend mit tausend Stimmen wettstreiten Gänsehaut und Bewegungsdrang.

„Pennen bei Glufke“ verliert das beklemmende, wird zur intensiven gemeinsamen Hymne aller. „Eingesperrt sind wir immer noch. Es beruhigt uns sogar, dass es so ist“. „Eisenmann“ mischt kurze Ruhepausen mit kompletter Explosion.

Raumfüllende Freude. An der Musik, an der Bewegung, an der Gemeinsamkeit, am Leben. Meistens Publikum auf der Bühne. Stagediving und Crowdsurfing. Mit Gipsbein, mit Fotoapparat, einfach nur mit viel Spaß und zum Ende mit Gitarre.

Dunkle Bühne mit Funzel-Beleuchtung wechselt mit brutalem Gegenlicht. Konsequent eingehüllt in leichten Nebel. Nonverbale Kommunikation zwischen ihnen choreografiert den Abend. Eine Choreographie ohne aufgesetzte Show. Manchmal fast introvertiert schüchtern und ehrfürchtig anmutend.

„Wir wollten eigentlich nie eine Live-Platte machen. Warum auch? Bis wir gemerkt haben, dass Ihr lauter seid als wir“. Und genau so ist es. Sind wir jetzt Teil der Platte, oder ist das die Platte live auf der Bühne?

Wenn man „Nachtbrot“ hört, ist man Teil der Menge in der Halle. Wenn man in der Halle ist, hört man die Platte in Reinform.

Fünf unterschiedliche Charaktere auf der Bühne. Irgendwie jeder für sich. Und doch alle verbunden. Gemeinsam sind sie das, wofür alle hier sind. Mit der Gabe, tausend Leute nicht zu unterhalten, sondern ab dem ersten Takt zum Teil der Musik zu machen.

Nach 20 Stücken Teil davon reicht die Erschöpfung, um zufrieden heimzugehen.

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