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Ich habe in den vergangenen zwei Jahren viele Hochs und Tiefs erlebt – Frank Carter And The Rattlesnakes im Interview

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Wild, chaotisch und unberechenbar: Frank Carter ist zweifelsohne ein Unikat in der Rockszene. Wenn der rothaarige Tattoo-Nerd die Bühne betritt und gemeinsam mit seinen Rattlesnakes zum Hartholz-Tanz bittet, bleibt kein Bein auf dem Boden und kein Shirt trocken. Frank Carter symbolisiert die pure Energie. Nach den beiden erfolgreichen Vorgängern „Blossom“ und „Modern Ruin“ präsentiert der Brite dieser Tage seinen dritten Studio-Streich namens „The End Of Suffering„. Wir trafen Frank Carter und seinen Rattlesnakes-Weggefährten Dean Richardson zum Interview und sprachen über Tunnellichter und Grauzonen.

MusikBlog: Frank und Dean, ich war ein bisschen verwirrt als ich das Artwork eures neuen Albums „The End Of Suffering“ das erste Mal vor Augen hatte. All die hellen und freundlichen Farben passten irgendwie so gar nicht in mein bisheriges Rattlesnakes-Bild. Nachvollziehbar?

Frank Carter: Das kommt immer auf die Betrachtungsweise an. Aber klar, das Cover und auch der Titel stiften sicherlich erst einmal etwas Unruhe. Das kann ich schon verstehen.

Dean Richardson: Ich denke, dass aber auch schnell klar wird, was der Titel und auch das Artwork mit dem großen Ganzen zu tun hat. Wenn man sich eingehender mit den Texten und der Musik beschäftigt, macht die Oberfläche schnell Sinn.

MusikBlog: Da stimme ich dir zu. Das Album wird von einer positiven Grundstimmung befeuert. Es geht um Hoffnung und die berühmten Lichter am Ende dunkler Tunnelsysteme. Hattet ihr es einfach satt, immer nur drauf zu kloppen?

Frank Carter: Das Leben schreibt verschiedene Geschichten. In der Vergangenheit haben wir uns über viele Dinge geärgert. Vieles hat uns große Sorgen bereitet. Auch heute bereitet uns noch vieles Sorgen. Vielleicht macht uns im Hier und Jetzt sogar noch viel mehr Angst. Es geht am Ende des Tages aber immer darum, was man aus dem Ganzen macht. In unserem Fall war es einfach so, dass wir in den vergangenen Jahren viel Zeit damit verbracht haben, den Untergang der Welt zu predigen.

Dabei ging es nicht immer nur um das Chaos vor der eigenen Haustür, sondern auch um die Dämonen in den eigenen vier Wänden. Auf dem neuen Album gehen wir das Ganze jetzt etwas anders an. Wir beschäftigen uns mit den Momenten, wenn man am Boden liegt. Dann hilft das ganze Schreien und Fluchen nicht weiter. Dann hofft man nur noch, dass irgendwas dazu beiträgt, dass man wieder auf die Beine kommt. Und genau darum geht es auf dem Album. Es geht um das Ende des Leidens, um den Beginn von etwas Neuem, etwas Besserem.

MusikBlog: Wann genau reiften die ersten Gedanken in diese Richtung?

Dean Richardson: Ich denke, dass man derartige Gedanken immer irgendwo im Verborgenen hat. Es geht eigentlich nur um den richtigen Zeitpunkt, wann man diesen Gedanken auch genug Freiraum zugesteht. Bei uns war es so, dass wir im vergangenen Sommer nach der „Modern Ruin“-Tour genau diese Gefühle teilten. Das war dann die Geburtsstunde des Albums.

MusikBlog: Welche musikalischen Gedanken haben euch während der Songwriting-Phase für das Album begleitet?

Dean Richardson: Wir sind immer von Musik umgeben. Wenn es aber ans Schreiben geht, blenden wir alles andere aus. Dann geht es nur noch um uns und unser Bauchgefühl. Vorher sind wir aber offen für alles. Natürlich hören wir viel Rockmusik. Aber wir lassen uns auch von Leuten wie 21 Savage oder Elton John inspirieren. Da kennen wir keine Grenzen.

MusikBlog: Frank, Inhaltlich präsentierst du dich auf „The End Of Suffering“ nahbarer und emotionaler denn je. Waren die vergangenen Jahre besonders prägend?

Frank Carter: Auf jeden Fall. Ich will gar nicht groß auf Einzelheiten eingehen. Aber ich habe in den vergangenen zwei Jahren viele Hochs und Tiefs erlebt. All das musste irgendwie verarbeitet werden. Durch die Musik erlange ich Reife. Diese Entwicklung, aus Fehlern zu lernen und den stetigen Drang zu verspüren, ein besserer Mensch zu werden, war unheimlich wichtig. Die neuen Songs tragen all diese Gefühle, Emotionen, Gedanken und Veränderungen jetzt nach außen.

MusikBlog: Du hast eine kleine Tochter, die in einer Gegenwart aufwächst, die mehr Sorge bereitet als Vorfreude schürt. Wo ist da das Licht am Ende des Tunnels?

Frank Carter: Das wird die Zukunft zeigen. Momentan gibt sicherlich nicht viel auf der Welt Anlass zur Hoffnung. Da stimme ich dir zu. Ich muss gerade beispielsweise daran denken, dass wir hier in Berlin sitzen und die mahnenden Reste einer Mauer betrachten, während 10.000 Kilometer weiter westlich ein Irrer gerade dabei ist, eine neue Mauer zu errichten. Das ist schon ziemlich krank. Ich kann nur auf der persönlichen Ebene versuchen, meiner Tochter Dinge zu vermitteln, die ihr hoffentlich später dabei helfen, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen.

MusikBlog: Was steht da an erster Stelle?

Frank Carter: Respekt, Liebe und Ehrlichkeit. Es gibt einige Eckpfeiler, die überall unumstößlich sein sollten. Hinzu kommt das richtige Gefühl für eine emotionale Balance im Leben. Ich war die meiste Zeit meines Lebens damit beschäftigt, entweder schwarz oder weiß zu sehen. Ich habe aber gelernt, dass es auch ein Leben dazwischen gibt. Man muss nicht immer die Extreme suchen, wenn es um das Finden der Wahrheit geht. Manchmal bringt einen auch die Farbe Grau ins Ziel.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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