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Wand – Laughing Matter

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Wand verschleudern ihre künstlerisch glorreiche Vergangenheit im Psychedelic-Rock für eine noch strahlendere Zukunft im Art-Rock. Kommerzieller Erfolg? Überbewertet!

Große Metamorphosen in der Rock- und Popgeschichte gibt es etliche. Eine der berühmtesten ist die von Genesis, die sich von einer der einflussreichsten Prog-Rock-Bands schrittweise in eine Pop-Band umfunktionierten, während ihr Schlagzeuger zum Frontmann wurde.

Genau umgekehrt verhielt es sich bei Talk Talk (R.I.P. Mark Hollis), die sich als erfolgreiche 80er-Synth-Popper plötzlich einem ganz neuen Sound verschrieben, den man später als Postrock bezeichnen würde. Künstlerisch bis heute immens gewichtig, bedeuten die beiden großartigen Spätwerke der Band Ende der 80er allerdings den kommerziellen Selbstmord einer gut laufenden Karriere.

So viel haben Wand nicht zu verlieren, wenn sie ihren Sound jetzt einmal auf links krempeln. Ihr durchgeknallter, garagiger Psych-Rock hatte nie die Breitenwirkung von Talk Talks „It’s My Life“.

Dafür waren mit Ty Segall bereits beim Debüt „Ganglion Reef“ prominente Unterstützer und Förderer an ihrer Seite.

Vieles, womit sie vor fünf Jahren im Sturm ungestüme Herzen eroberten, opfern sie auf ihrem fünften Album „Laughing Matter“ jetzt dezidierterem Songwriting, wo Gitarren auch mal nach Piano klingen, zwischendrin ein tatsächliches Klavier befriedet und irgendwann Rhythmus und Melodie nur noch zwei limitierte Vokabeln sind.

„Thin Air“ hat an beiden Gitarren den Alarmblinker angestellt, bis Corey Hanson mit seiner beschwichtigenden Stimme die Nervosität abfedert. Er singt mehr denn je wie Thom Yorke.

Überhaupt ist die Entwicklung der Band aus Los Angeles eine von Tame Impalas „Innerspeaker“ hin zu sämtlichen Epochen von Radiohead. „High Planes Drifter“ etwa, klingt nicht nur dem Namen nach, als wäre es für „The Bends“ geschrieben.

Die quietschenden Streicher von „Hare“, die Zeile „Listen to this panic attack“ aus „Wonder“ und der viel zu grungige Gitarren-Sound für einen solch zarten Song – das ist der große Bogen von „A Moon Shaped Pool“ bis „Pablo Honey“. Von den Radioheads bei „Burn The Witch“ bis zu „Creep“. Fantastisch.

Und dann ist da noch das aerodynamische „Scarecrow“: Außergewöhnlicher hat wohl kein Album seit „Kid A“ mehr begonnen. Alles an diesem Opener ist hingebungsvolle Klangkunst, und Schlagzeuger Evan Burrons nicht länger nur begnadeter Taktgeber, sondern bedeutungsschwere Kompositionsgrundlage.

Dieser Weg hatte sich bereits auf dem Vorgänger „Plum“ angedeutet, in seiner perfekten Konsequenz aber dann doch kaum abgezeichnet. Denn besser kann es eigentlich kaum werden.

Ein größeres Publikum als zuvor wird das Quintett mit „Laughing Matter“ zwar kaum erreichen, dafür ein paar Besserwisser für immer gefangen nehmen, die sich diese kapriziöse Doppel-LP wie einen geheimen Schatz zuschustern.

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