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Das Ganze sollte aber nicht überdrehen – Black Midi im Interview

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Die Insel spuckt mal wieder große Newcomer-Töne. Diesmal im Angebot: vier junge Burschen aus London, die seit knapp zwei Jahren unter dem Black Midi-Banner unterwegs sind. Klingt erstmal nicht so aufregend? Nun, wer die Jungs im vergangen Jahr während ihrer Reeperbahn-Festival-Stippvisite beobachten konnte, der wird wahrscheinlich schon bei der bloßen Erwähnung des Bandnamens in Ekstase verfallen. Black Midi sind live eine Macht. Die Herren Morgan Simpson (Drums), Matt Kelvin (Gitarre/Gesang), Cameron Picton (Bass/Gesang), und Geordie Greep (Gitarre/Gesang) versprühen aber nicht nur live eine schier unglaubliche Energie.

Auch auf ihrem Debütalbum „Schlagenheim“ lassen Black Midi nicht locker. Auf die Ohren gibt’s vertrackten Math-Rock, gepaart mit kantigem Post-Punk, Noise-Core und Post-Hardcore. Wir trafen uns mit den beiden Bandmitgliedern Geordie Creep und Matt Kelvin zum Interview und plauderten über Genre-Irrfahrten, Kickstarter-Momente und die Magie des Verschiedenseins.

MusikBlog: Matt und Geordie, ihr seid mit Black Midi noch keine zwei Jahre unterwegs, und dennoch liegt euch bereits das komplette Königreich zu Füßen. Wie erklärt ihr euch das?

Geordie Creep: Ja, die Entwicklung ist schon echt krass. Das haben wir so natürlich überhaupt nicht erwartet. Ich weiß nicht, woran es liegt. Sicher, wir geben live immer 100 Prozent, und haben die Energie unserer Konzerte, denke ich, auch im Studio ziemlich gut einfangen können. Aber das gelingt anderen Bands auch. Wie gesagt, ich bin da etwas überfragt.

Matt Kelvin: Wir freuen uns aber natürlich auch über den Ist-Zustand. Das Ganze sollte aber nicht völlig überdrehen, das ist schon wichtig. Es sollte immer die Musik im Fokus stehen. Wie alt wir sind, wie lange wir als Band zusammen sind: All diese Nebensächlichkeiten sollten nicht wichtig sein. Wichtig sollte nur die Musik sein. Dann ist und bleibt alles gut.

MusikBlog: Apropos Musik: Viele Leute sind zwar total begeistert von eurem Sound, zucken aber nur ratlos mit den Schultern, wenn es um die richtige Einordnung eures Treibens geht. Könnt ihr beiden weiterhelfen?

Geordie Creep: Nicht wirklich. (lacht) Ich habe auch schon so viele verschiedene Genre-Begriffe gehört, die ich nicht einmal kannte. Am Ende des Tages ist es aber doch auch völlig egal, in welcher Schublade man landet. Hauptsache man selbst, und die Leute auf den Konzerten haben ihren Spaß, oder? Diese ganzen Genre-Diskussionen sind doch überflüssig.

Matt Kelvin: Ich sehe das auch so. Wir haben uns nicht getroffen und gesagt: Komm, wir machen einfach total verrücktes Zeugs! Manchmal passieren die Dinge einfach, und man sollte sie dann auch einfach so nehmen, wie sie sind. Wir wollen einfach frisch klingen. Wir wollen all das, was in uns steckt, in die Musik stecken. Das wollten wir schon zu Beginn. Und das werden wir auch in Zukunft so halten. Am Ende kommt dann raus, was raus kommt.

MusikBlog: Wann wurde euch das erste Mal bewusst, dass das Ganze richtig steil gehen könnte?

Matt Kelvin: Ich denke, dass wir schon während der ersten Proben ein ganz gutes Gefühl hatten. Dabei ging es aber noch nicht um irgendwelche Zukunftsvisionen, sondern nur um die Frage: Passt das, oder passt das nicht? Und es hat sehr gut gepasst. In puncto öffentlicher Wahrnehmung war es dann, denke ich, unsere „KEXP“-Show in Reykjavik Ende 2018, die uns gut nach vorne gebracht hat.

MusikBlog: Was war an dieser Show so besonders?

Geordie Creep: Nun, wir sind keine Band, die sich großartig um Vermarktung, Social Media und all das kümmert. Das interessiert uns alles nicht. So gab es für Leute, die uns cool fanden, lange Zeit nur einen Online-Song von uns und sonst nur wenig Infos über die Band und die Mitglieder. Als das Video von dieser Show dann aber viral ging, hatten viele plötzlich ein Bild von der Band vor Augen. Naja, und von da an ging es dann so richtig los.

Matt Kelvin: Wenn wir heute nach Konzerten mit Leuten ins Gespräch kommen und sie fragen, wann sie uns denn als Band für sich entdeckt haben, antworten die meisten: „Das war, als ich die „KEXP“-Show gesehen habe.“

MusikBlog: Wenn man sich diese Show ansieht, bekommt man nochmal einen intensiveren Einblick, wie ihr als Band musikalisch tickt. Da scheint auch Spontanität eine große Rolle zu spielen. Ist das so?

Matt Kelvin: Auf jeden Fall. Unsere Musik basiert auf künstlerischer Freiheit. Im Grunde ist alles erlaubt. Am Ende des Tages muss es nur allen gefallen. Das ist die einzige Regel, die nicht gebrochen werden darf.

MusikBlog: Ist es bei dieser komplexen Musik nicht unheimlich schwer, alle Beteiligten stets an einen Tisch zu bekommen?

Geordie Creep: Natürlich verlaufen manche Jams auch mal im Sande. Wenn man vier verschiedene Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Vorlieben und Geschmäckern zusammen in einen Raum steckt, ist das aber auch nicht verwunderlich. Die meisten Sachen passen aber glücklicherweise so gut zusammen, dass am Ende alle glücklich sind.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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