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Jedes Mal läuft es irgendwie anders – Stereo Total im Interview

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Seit mehr als 25 Jahren machen Brezel Göring und Francoise Cactus alias Stereo Total schon gemeinsam Musik. Das verheiratete Chaos-Pop-Paar, das mittlerweile seit 13 Jahren in Berlin-Kreuzberg wohnt und arbeitet, ist aber noch lange nicht am Ende seiner musikalischen Reise angekommen. Heute erscheint das neue Studioalbum „Ah! Quel Cinéma!„, ein Album, das abermals zeigt, das im künstlerischen Universum der beiden Sound-Querdenker alles erlaubt ist. Im Zuge der Veröffentlichung des neuen Studioschaffens trafen wir uns mit Francoise Cactus zum Interview und plauderten über launische Songs, verhasste Proben und Britney Spears.

MusikBlog: Francoise, euer neues Studioalbum trägt den Titel „Ah! Quel Cinéma“, zu Deutsch: „Was für ein Theater!“. Das klingt ja ziemlich dramatisch. Von welchem „Theater“ ist die Rede?

Francoise Cactus: Oh, der Titel bezieht sich einfach nur auf die Musik. Als die neuen Songs fertig waren, dachte ich über einen Titel nach, und mir fiel irgendwie auf, dass das Ganze irgendwie sehr launisch klingt. Es geht mal hoch, mal runter. Es gibt positive und traurige Songs. Da dachte ich mir: Dieser Albumtitel passt einfach wunderbar.

MusikBlog: Wie kommt’s, dass es diesmal so viele traurige Songs auf dem Album sind?

Francoise Cactus: Ich weiß nicht. Ich denke, das hat auch irgendwie viel mit der momentanen Grundstimmung zu tun. Ich kenne viele Menschen, denen es gerade nicht so gut geht. Ich rede nicht von finanziellen oder gesundheitlichen Problemen. Ich meine, dass die Leute sich Sorgen um die Zukunft machen. Wahrscheinlich hat das irgendwie abgefärbt.

MusikBlog: Die angesprochene Traurigkeit bezieht sich aber fast ausschließlich auf die Texte. Musikalisch hat man schon nach dem ersten Durchlauf beste Laune.

Francoise Cactus: Da gibt es sicherlich auch Menschen, die das etwas anders wahrnehmen. Aber das ist auch gut so. Wie gesagt: Für mich ist es ein sehr launisches Album geworden.

MusikBlog: Wie entsteht eigentlich ein Stereo-Total-Song? Triffst du dich morgens mit deinem Mann am Frühstückstisch zur Ideen-Besprechung? Wie läuft das bei euch?

Francoise Cactus: Ach, weißt du, wir machen das schon seit 25 Jahren. Und jedes Mal läuft es irgendwie anders. Wir haben da überhaupt kein Arbeitskonzept. Das Einzige, das sich in den Jahren festgefahren hat, ist die Aufteilung von Musik und Texten. Brezel kümmert sich meist um die Sounds. Der schnippelt und tüftelt unheimlich gerne rum. Ich bin eher für die Inhalte zuständig. Diesmal hat Brezel auch ein paar Lyrics beigesteuert. Aber normalerweise ist das mein Part. Wenn die Dinge dann fertig sind, dann treffen wir uns im Proberaum und legen einfach los.

MusikBlog: Ist das dann der Moment, der dir am meisten Freude bereitet? Das gemeinsame Finalisieren eurer Ideen?

Francoise Cactus: Eigentlich liebe ich alles an unserem Leben als Musiker-Ehepaar. Aber ja, wenn ein Song sich entwickelt und wächst, dann ist das schon ein besonderer Moment.

MusikBlog: Es gibt nichts, das du nicht so gerne machst?

Francoise Cactus: Naja, ich probe nicht so gerne. Das finde ich etwas langweilig. Man spielt die Songs, die man schon tausend Mal gespielt hat. Das ist nicht so mein Ding. Aber ich weiß, dass es nötig ist. Man will ja auf der Bühne keine peinlichen Momente erleben. Glücklicherweise sind wir keine Band, die unheimlich komplizierte Songs schreibt. Wir schreiben sehr einfache Songs. Das verkürzt die Probezeit. (lacht)

MusikBlog: Dein Mann produziert ja auch viel elektronische Musik. Kommt es da bei euch auch manchmal zu künstlerischen Reibereien, wenn es um Sound-Fragen geht?

Francoise Cactus: Nein, eigentlich nicht. Ich weiß, was du meinst. Ich meine, ich komme ja eher aus der Garage-Rock und Chanson-Ecke. Aber wenn es um unsere Songs geht, dann sind wir eigentlich immer auf einer Wellenlänge. Uns geht es vor allem um die richtige Balance zwischen Alt und Neu. Da ticken wir glücklicherweise sehr ähnlich.

MusikBlog: Das neue Album klingt in meinen Ohren sehr rough. Dadurch versprüht es unheimlich viel Charme. War das so gewollt?

Francoise Cactus: Ich habe mich diesmal in den Mix-Prozess mit eingeklinkt. Das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich bin da aber natürlich noch kein Profi. Wahrscheinlich klingen die Songs deswegen etwas holprig. Aber ich finde das schön. Ich stehe nicht so auf geleckte Sounds.

MusikBlog: Davon gibt’s dieser Tage viel zu viel.

Francoise Cactus: Ja, absolut. Das ist doch schrecklich. Ich habe eine Freundin, die in Los Angeles wohnt und mit Leuten wie Britney Spears zusammenarbeitet. Die hat mir mal erzählt, dass die Britney einfach so mit einem Becher Cola ins Studio kommt, ihre Lyrics einträllert und dann wieder abzischt. Das wird dann im Nachhinein alles schön am Computer nachgearbeitet.

MusikBlog: So eine Arbeitsweise stelle man sich mal in Kreuzberg vor.

Francoise Cactus: (lacht) Genau. Unglaublich. Das würde es bei uns nie geben. Wir sind eine echte Band. Da kann es auch schon mal schief klingen oder ein bisschen holpern. Das ist überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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