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Musik ist Heilung – Gengahr im Interview

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Mit ihrem neuen Studioalbum „Sanctuary“ wagen sich Gengahr in neue Gefilde vor. Anno 2020 präsentieren sich die vier Band-Verantwortlichen Felix Bushe, John Victor, Hugh Schulte und Danny Ward von ihrer experimentellen Seite. Mit atmosphärischen Sounds und sehr persönlichen Texten läuten die Londoner ein beeindruckendes neues Band-Kapitel ein. Wir trafen uns mit Frontmann Felix Bushe zum Interview und sprachen über wichtige Businesserkenntnisse, die heilende Kraft der Musik und tiefe Freundschaft.

MusikBlog: Felix, zwischen eurem Debütalbum „A Dream Outside“ und der zweiten Scheibe „Where Wildness Grows“ liegen satte drei Jahre. Für euer neues Album „Sanctuary“ habt ihr nicht mal halb so lang gebraucht. Warum ging diesmal alles wesentlich schneller?

Felix Bushe: Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen. Wir waren damals sehr jung, als unser Debütalbum rauskam. Und wie für Millionen andere Bands war es unser großer Traum, irgendwann einmal diesen Punkt zu erreichen. Wir haben diese Phase dann auch entsprechend ausgekostet. Wir waren unheimlich viel unterwegs, haben gefeiert, Konzerte gespielt und es uns gut gehen lassen.

Irgendwann kam dann aber das Thema zweites Album auf den Tisch. Und plötzlich mussten wir ranklotzen und zusehen, dass wir wieder in die Gänge kommen. Das ist uns damals sehr schwer gefallen. Glücklicherweise haben wir daraus gelernt. Diesmal haben wir den kreativen Prozess einfach laufen lassen. Und so hatten wir schnell ziemlich viel Material zur Verfügung, das ohne Druck entstanden ist.

MusikBlog: Bereust du die Zeit nach der Veröffentlichung eures Debütalbums?

Felix Bushe: Nein, ich bereue sie nicht. Letztlich haben wir diesen Reifeprozess auch gebraucht, um an den Punkt zu gelangen, an dem wir heute stehen.

MusikBlog: Auf dem Cover des neuen Albums steht eine Frau mit einem Hund an einem steinigen Meerufer und blickt ziellos in die Ferne. Welche Geschichte steckt dahinter?

Felix Bushe: Die Texte auf dem Album sind diesmal sehr persönlich und intensiv. Oftmals geht es um Ungewissheit und die Angst vor dem Unbekannten. Das Coverfoto spiegelt diese teils doch sehr lähmenden Gedanken auf eine sehr eindringliche Art und Weise wider.

MusikBlog: Die Hintergründe der doch ungewohnt persönlichen Texte sind extrem trauriger Natur. Während des Produktionsprozesses ist deine Mutter verstorben. Dann gab es auch noch große Fernbeziehungsprobleme. Hast du während dieser Zeit je daran gedacht, alles hinzuschmeißen?

Felix Bushe: Es war definitiv eine sehr schwere Phase in meinem Leben. Die Musik hat mir aber Kraft gegeben. Auch wenn die Songs in einer dunklen Zeit entstanden sind und vieles auf dem Album sehr aufwühlend klingt, erstrahlt am Ende doch ein Licht im Dunkeln. Ich habe versucht, das Negative in etwas Positives umzuwandeln. Das war eine große Herausforderung. Aber ich bin froh und glücklich darüber, dass mir diese Transformation gelungen ist.

MusikBlog: Musik als eine Form der Heilungstherapie.

Felix Bushe: Ja, exakt. Beim Schreiben von Songs geht es auch immer um Verarbeitung. Egal, ob es sich um einen fröhlichen oder um einen traurigen Song handelt: Der Urheber stellt sich stets einer bestimmten Situation und versucht, diese mit der Hilfe von Lyrik und Akkorden zu verarbeiten. Musik ist Heilung, keine Frage.

MusikBlog: Ihr habt diesmal mit Jack Steadman (Bombay Bicycle Club) zusammengearbeitet. Jack ist neben seiner Produzententätigkeit auch noch Sänger und Songwriter. Merkt man das im Studio?

Felix Bushe: Wir kennen Jack schon etwas länger. Wir haben auch schon mal mit ihm während eines kleineren Projektes zusammengearbeitet. Und ja, es ist definitiv ein Unterschied. Ein rein technischer Produzent fokussiert sich mehr auf den Sound und die Arrangements. Jack hingegen stand uns auch mit seinem Wissen als erfahrener Songwriter zur Seite. Das hat dem Ganzen natürlich nochmal einen besonderen Schub gegeben.

MusikBlog: Als Band seid ihr jetzt seit sieben Jahren permanent unterwegs. Oftmals hockt ihr wochenlang jeden Tag und jede Nacht beisammen. Ist es da von Vorteil, wenn man sich schon seit Schultagen kennt?

Felix Bushe: Ich denke schon, dass uns die tiefe und enge Freundschaft untereinander dabei hilft nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich meine, das Business ist nicht nur Glamour. Wir arbeiten sehr hart. Das war bisher sicherlich kein Spaziergang. Aber es ist natürlich auch so, dass wir unsere Träume leben. Und wie ich schon sagte, dieses Ziel hatten wir bereits als Schulkids vor Augen. Wir kennen uns einfach in und auswendig. Jeder weiß genau, wie der andere tickt. So entsteht nur sehr wenig Raum für Reibung.

MusikBlog: Ein gesundes Miteinander zahlt sich vor allem auf Tour aus, wenn man kaum Möglichkeiten zum Abschalten hat. Freut ihr euch demnach schon auf die kommenden Reisen und dazugehörigen Shows?

Fellix Bushe: Wir können es kaum erwarten, wieder auf Tour zu gehen. Wir haben viele neue Songs im Gepäck und haben große Lust darauf, diese mit unseren Fans live auf den Konzerten zu teilen. Wir sind eine Live-Band durch und durch. Ich denke, das sollte auch das Ziel einer jeden Band sein. Wenn man auf der Bühne steht, und es zu einer ganz besonderen Verbindung zwischen Künstler und Publikum kommt, dann ist das schon ein überwältigendes Gefühl.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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