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CocoRosie (Credit Peter Hönnemann)

CocoRosie – Put The Shine On

Genres, die sich eigentlich kaum vereinbaren lassen und Sounds von Popcornmaschinen , Kinderspielzeugen oder Föhnen:

Was tun, wenn man schon alles ausprobiert hat? Vielleicht einen konformeren Klang anstreben? Die Performancekünstlerinnen von CocoRosie lassen sich auf ihrem siebten Album „Put The Shine On“ jedenfalls zu aufgeschlosseneren Songs hinreißen.

Alles in allem bleibt es bei den Schwester Sierra und Bianca Casady aber auch weiterhin experimentierfreudig. An Originalität ist das Duo kaum zu überbieten:

Nicht nur, dass sie nach all den Jahren noch immer Stile und Referenzen in neuen Songs verbinden und unterbringen, auch in anderen Bereichen zeigen sich die Schwestern kreativ.

Neben dem gemeinsamen Musikprojekt stellte Bianca Cassady zum Beispiel ihre Kunstwerke in Einzelausstellungen unter anderem in New York aus, während Sierra eine experimentelle Oper schrieb.

So sind sie auch für die visuelle Umsetzung des verstörenden Videos der bedrückenden Vorabsingle „Smash My Head“ verantwortlich. Im Song selbst trifft verzerrter Gesang auf harte musikalische Brüche die von E-Gitarre und Synthie-Verzerrungen bestimmt sind.

Auch im Opener „High Road“ spielen CocoRosie mit dieser geballten Experimentierfreude: Krähen, anmutender, beinahe sakraler Gesang und dumpfe, elektronische Bässe treffen hier im Gerüst einer sich stets verändernden Melodie zusammen.

In ihrer Musik, so beschreiben es die Schwestern selbst, weisen beide Künstlerinnen multiple Persönlichkeiten auf: Unterschiedliche Gesangsstile sowie der Hang zu Rap und Troubadour-Stil (Bianca) oder sehr feine Töne in Kombination mit Harfensounds und Klavier (Sierra) treffen auch auf „Put The Shine On“ aufeinander.

Mit „Restless“ wagen CocoRosie etwas für das Duo besonders Außergewöhnliches: Sommerleichte R’n’B- und Strandmusik-Vibes treffen hier auf eher klassische Pop-Elemente. Es ist der zugänglichste Song des siebten Albums, vielleicht sogar der gesamten Diskografie und für die Schwestern sicherlich auch ein interessantes Wagnis.

Trotzdem setzen sie mit „Put The Shine On“ das fort, was viele seit Jahren an ihnen fasziniert – die Ausflüge in poppigere Ebenen dürften also schnell verziehen sein.

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