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Shabazz Palaces – The Don Of Diamond Dreams

RubrikAlben
Künstler*inShabazz Palaces
LabelSub Pop

Auch beim Experimentieren kann man sich festfahren. Shabazz Palaces zementieren mit „The Don Of Diamond Dreams“ ihren Nischen-Status-Quo.

Vielleicht braucht es ja dieses Meer aus Mainstream-Musik, egal in welchem Genre, um Abweichler wie Ishmael Butler a.k.a. Palaceer Lazaro und Multiinstrumentalist Tendai „Baba“ Maraire, Sohn des afrikanischen Mbira-Meisters Dumisani Maraire, erst musikalisch zu gebären.

Das Seattler Duo hat jedenfalls unbestreitbar einen jenseits des großen Spotlights liegenden Beitrag geleistet, Hip-Hop im 21. Jahrhundert weiter zu diversifizieren.

Ihr Avantgarde-Hip-Hop ist immer eine wohltuende Ausnahme, ein erfrischender Ansatz und der Beweis, dass man Beats und Raps auch ganz anders intonieren kann als das Gros der Genre-Kollegen.

Aber beim vierten Album in dieser Konstellation fahren sich die ungewöhnlichen Wege doch merklich fester als vorher. Aufgrund des Synthesizer-Gebrauchs ist es halt sehr spacy.

Das psychedelische Element ist für Shabazz Palaces maßgebend und durchzieht letztlich ihr Leben. Es sind schon einfach zwei crazy Dudes, die das Abgefahrene, Psychedelisch-Spacige lieben.

„The Don Of Diamond Dreams“ ist ein Ausdruck dieser Lebenseinstellung. Betrachtet man sich den Katalog des Duos genauer, kann man aber keine elementaren Unterschiede zu beispielsweise ihrem letzten Doppelalbum ausmachen („Quazarz vs. The Jealous Machines“ und „Quazarz: Born On A Gangster Star„).

Außer vielleicht ein gelungener, leicht vermehrter Einsatz von Jazz-Saxofon-Soli. Das per se ist noch nicht ein Problem. Die ersten beiden The-Strokes-Alben sind sich auch sehr ähnlich, allerdings kann man sie hervorragend voneinander unterscheiden, weil ihre Songs so charakteristisch sind.

Hier aber ist ein Song wie „Chocolate Souffle“ (guter Songtitel) kaum zu trennen von vorherigen Alben – nicht, weil er schlecht ist, sondern weil ihm der Wiedererkennungscharakter fehlt, womit wir beim Problem bei einem zu großen Willen zur Avantgarde wären.

Wer Shabazz Palaces mit „The Don Of Diamond Dreams“ kennenlernt, kann durchaus begeistert sein von dieser kleinen Offenbarung einer vollkommen anderen Hip-Hop-Welt.

Wer alle vier Alben nüchtern betrachtet, sieht hier aber auch deutlich ein business as usual. Immerhin: Zur nicht auszumerzenden Genre-Krankheit Großspurigkeit neigen Shabazz Palaces überhaupt nicht, dazu sind sie viel zu abgespaced.

Die Maßgabe ihres Genre-Kollegen Kendrick Lamar, die nach wie vor eine richtige im Hip-Hop ist, geht also nicht an sie: „Bitch, sit down, be humble.“

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