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Daniel Blumberg (Credit Brigitte Lacombe)

Daniel Blumberg – On&On

Zugegeben: Ganz leicht macht es Daniel Blumberg einem nicht. So verstimmt, wie die Mundharmonika im Song „Sidestep Summer“ klingt, so schräg, wie die Streicher hier jauchzen, hätte man wohl jedem Instrumentenschüler noch ein paar zusätzliche Übungsstunden verordnet.

Bei einem Indie-Avangardisten wie Blumberg geht das Ganze als Songexperiment durch. Denn irgendwie hat es auch was, wenn diese Jammermusik plötzlich in ein ultramelodisches B-Motiv kippt, in das man sich geradezu hineinkuscheln will.

Blumbergs Musik ist keine, die geschmeidig in den Gehörgang fließt – sie windet sich und verhakt sich darin fest. Weghören geht doch auch nicht.

Einst Frontmann und Gitarrist bei der Indie-Rock-Band Yuck, ist der Londoner seit einigen Jahren solo unterwegs. Schon auf seinem Debüt „Minus“ von 2018 war ein schwermütiger Querdenker zu hören, das ist auch auf dem dritten Longplayer „On&On“ nicht anders.

Bei Daniel Blumberg werden Violinen nicht gestrichen, sondern gekratzt, gezogen oder anderweitig malträtiert. So jedenfalls kann man es sich beim Hören vorstellen.

Ergebnis ist etwa das sperrige „Silence Breaker“, das die Stille mit einer dissonanten Streicherklage bricht. Nicht nur seine zum Markenzeichen gewordenen Klangerkundungen hat sich Blumberg also erhalten, sondern auch seine Melancholie.

Herzstück des Albums ist „Bound“, wenn der Sänger eine gescheiterte Liebesgeschichte reflektiert („It was a mistake / to put that ring on your finger“) und sich die Ballade über sieben Minuten hinweg zu einem mitreißenden Finale hinaufschwingt. Ein Songdiamant aus Blumbergs intimem Gesang, einem sanften Rhythmus und minimaler Instrumentierung.

„On&On“ ist ein Album, das manchmal quält und manchmal berührt. Hinhören lässt es in jedem Fall.

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