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Bear’s Den (Credit Sequoia Ziff)

Bear’s Den – Fragments

Streicher sind die Allzweckwaffe in Sachen Dramatik: Egal, ob psychotische Duschszenen in schrillen Höhen, romantische Sonnenuntergänge mit sanftem Licht oder epische Helden, die die gesamte Menschheit in letzter Sekunde vor dem Untergang bewahren. Streicherklänge bieten den perfekten Soundtrack zu alldem.

Es verwundert dementsprechend wenig, dass auch im Bereich der Rock- und Popmusik gerne auf die Viersaiter zurückgegriffen wird – mal mehr, mal weniger glücklich.

Zuletzt badeten beispielsweise Metallica mit „S&M2“ in ihrer eigenen Misere und gingen die unheilige Allianz zwischen Heavy-Metal und den San Francisco Sinfonikern ein zweites Mal ein. Dinge, die niemand braucht.

So hart muss man mit Bear’s Den „Fragments“ definitiv nicht ins Gericht gehen. Statt eines ganzen Orchesters luden sich die Briten den Komponisten Paul Frith mit ins Boot, der bereits bei namhaften Künstlern wie Radiohead oder The xx mit stilvollen Arrangements punktete und sich für „Fragments“ ausgewählten Songs aus der Bear’s-Den-Diskographie vorknüpfte und umdachte.

Neben den altbekannten Bear’s-Den-Songs enthält „Fragments“ darüber hinaus auch einige neue Instrumental-Stücke, die wie Zwischenspiele eingestreut sind.

Bei einigen Nummern funktioniert die Transformation ausgesprochen gut, wie bei Vorab-Single „Fuel On The Fire“. Wem der Track auf „So That You Might Hear Me“ zu kalt und elektronisch klingt, dem werden mit der „Fragments“-Version die Augen geöffnet.

Synthie-Klänge werden von warmen Streichern übernommen, die die Harmonien in ein gänzlich neues Licht rücken. Statt pocherner Elektro-Beats verzaubern Piano-Klänge, die sich wie im Zwiegespräch mit den Streichern umgarnen und abwechselnd die Rollen tauschen.

Auch „Broken Parable“ profitiert von Friths Neuanstrich. Das penetrante Schlagzeug der Original-Version wurde durch einen mehr spür-als hörbaren Puls ersetzt und interessante Streicher-Riffs liefern die restlichen Beats und lassen trotzdem genug Platz für das wunderschöne Bläser-Solo gegen Ende des Songs, der in der neuen Variante eine gute Minute kürzer ist und trotzdem nichts vermissen lässt.

Bei manchen Songs wie beispielsweise „Isaac“ fällt die Veränderung allerdings eher unscheinbar aus, sodass die Frage, ob man diese zweite Version auf „Fragments“ wirklich braucht, nicht ungerechtfertigt ist.

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