Balthazar – Sand

Es gibt wieder Neues aus Belgien, denn Balthazar sind zurück. Zwei Jahre nach ihrer Neuorientierung mit „Fever” veröffentlicht die flämische Band nun ihr nächstes Album namens „Sand” und bewegt sich weiterhin auf dem Kurs chilliger Indie-Pop.

Mit instrumentalem, aber auch mit Gesangstalent verzaubern Balthazar erneut ihre Fans. Mehrstimmige, tiefe und hohe Gesänge verleihen den Songs ihren markanten Sound. Besonders Maarten Devolderes Stimme hat natürlich Wiedererkennungswert. Die anderen Mitglieder überzeugen allerdings ebenso zum Beispiel mit Background-Gesang im Gospelstil zu LoFi-Vibes in „Powerless”.

Ebenfalls markant sind ja eigentlich die groovigen, hervorgehobenen Basslines, die auf dem neuen Album jedoch leider etwas zu kurz kommen. Das chillige „You Won’t Come Around” ist hier das beste Exemplar, um den Kopf geschmeidig zu dem Bass zu schwingen.

Was sicher nicht fehlt, sind die elaborierten Instrumentals. Neben Tasteninstrumenten und dem dezenten Einsatz von Gitarren sind auch wieder diverse Blas- und Streichinstrumente sowie Trommeln im Spiel. Diese unterschiedlichen Elemente, elektronische und akustische Klänge vermischen sich elegant miteinander und fließen in unsere Ohren wie Sand durch eine Sanduhr.

Mit dem Wüstensand wehen auch wieder orientalische Einflüsse her. Die Streicher haben sich im Vergleich zu früheren Werken zwar ebenfalls etwas zurückgezogen, bleiben aber ein wichtiger Bestandteil und fallen besonders in „Passing Through” auf.

Die interessanten Rhythmen und Percussions scheinen der Wind zu sein, der den Sand in Bewegung hält und die Tracks im Zusammenspiel mit dem Rest so smooth macht. Teilweise werden einzelne Körner in Form von Bongos oder Shakern dazu gestreut.

In „Linger On” ist es eine kleine Melodie, die sich durch den Song zieht und durch den Klang der kurzen Synthesizer-Töne ein wenig an den 70er-Hit „Popcorn” erinnert.

Die Vorab-Singles gaben bereits einen Vorgeschmack auf die zwei Pole, zwischen denen sich die Lieder auf „Sand” bewegen: Während entspannte Songs voller Leichtigkeit, wie „Losers”, sich perfekt als Soundtrack für sonnige Autofahrten eignen, sind Electronic- und basslastige Songs, wie „On A Roll” eher was für den Genuss mit Kopfhörern. Mit dem hohen Gesang könnte letzteres auch von Portugal. The Man stammen.

Ihren markanten Groove haben Balthazar nicht verloren. Die fünfte Platte ist wieder sehr entspannter, manchmal leicht funky Alternative-Pop. Ihr charakteristischer Stil ist klar herauszuhören, der Einsatz der Instrumente und Stimmen vielfältig und die Texte drehen sich um Liebe, Beziehungen und Trennungen.

Alles in allem, bleibt alles beim Alten.

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