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BirdPen – All Function One

Wenn man der Corona-Krise unbedingt etwas Positives abgewinnen möchte, bieten sich vor allem belanglose Bereiche an: Die Musik zum Beispiel. In den vergangenen zwei Jahren hat die Pandemie Künstler offenbar immer wieder zu neuer Musik inspiriert, Charli XCX veröffentlichte etwa kurz nach Beginn der Pandemie spontan ein Album.

Auch das Duo BirdPen war nicht untätig und hat an seinem sechsten Album „All Function One“ gearbeitet. Die Songs seien Anfang 2020 entstanden, „as the world was changing at the start of the 2020 pandemic“, wie die Band es selbst beschreibt.

Logisch, dass auf „All Function One“ inhaltlich nicht alles rosig ist. Mike Bird und Dave Pen verarbeiten Themen wie Isolation, Einsamkeit, Paranoia und das Leben, das sich nur noch digital abspielt. Also Dinge, mit denen sich die meisten Menschen in den vergangenen zwei Jahren auseinandergesetzt haben.

Passend betrübt startet der Opener und Quasi-Titelsong „Function“ mit E-Gitarre und nur schleppend vorankommenden Gesang des Duos. Verzerrte aber sanfte Töne im Hintergrund bringen das Gefühl der Isolation auf den Punkt – der Song konzentriert sich auf das Wesentliche, alles drum herum passiert kaum wahrnehmbar.

„Life In Design“ ist da schon beschwingter: Der eingängige Rock wird weiterhin elektronisch verstärkt und ein sanftes Keyboard begleitet die Gitarren, während der packende Refrain auch von REM stammen könnte. Schnell wird allerdings auch klar:

Instrumentell bietet „All Function One“ generell nur selten Variation und auch die Melodien funktionieren eher als Gesamtkonzept nacheinander als im Einzelnen.

In „Seat 35“ pendelt sich schließlich eine gewisse Monotonie ein, die allein völlig untergehen würde. Als Zwischeneinschub auf dem Album ist der Song allerdings eine willkommene Abwechslung mit sanfter Elektro-Spielerei in der Mitte.

Ebenfalls eine solch willkommene Abwechslung sind das dynamische „Flames“ oder das psychedelische angehauchte „Modern Junk“ – beide weisen trotz, oder gerade wegen, Krautrock-Einflüssen die einzigen Hitmomente auf „All Function One“ auf und zeigen BirdPen experimentierfreudiger.

Eine frische Note, die das Album dringend gebrauchen kann.

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