Mit ihrem beeindruckenden Debütalbum “Off The Radar” katapultierte sich Noga Erez im Jahr 2017 quasi über Nacht ins internationale Pop-Rampenlicht. Vier Jahre später legt die hibbelige Israelin mit der kantigen Attitüde nun endlich nach.

Auf ihrem zweiten Studioalbum “Kids” präsentiert sich Noga Erez keineswegs angepasst. Auch wenn die ganz großen Polit-Momente diesmal fehlen, trägt die Sängerin und Produzentin ihr Herz immer noch auf der Zunge.

Angetrieben von lyrischen Anklage- und Hoffnungsschriften, in denen es um Pillenkämpfe, skurrile Social-Media-Erfahrungen und das Gefühl der Ausgestoßenheit geht, toben satte Beats und atmosphärische Harmonien wahlweise über Hinterhof- oder Dachterrassen-Tanzflächen.

Gemeinsam mit Reo Cragun und Rousso geht es mit trippelnden Schritten hoch hinaus (“Views“). “Story” (ebenfalls mit Rousso) pendelt in punkto Tempo und Dynamik zwischen Dancefloor und Chillout-Area.

“You So Done” ist ein smoother Ohrwurm mit freakigen Bridges. Und die Vergänglichkeitshymne “End Of The Road” präsentiert sich als perfekte Mixtur aus Hip-Hop und Pop.

Auf Tuchfühlung mit dem Tod und dem Teufel mimt Noga Erez den personifizierten Widerstand. Mit pumpenden Klängen, die jeglichen negativen Energien mit Hoffnung, Dynamik und Leidenschaft begegnen, markiert “Kids” ein fast noch dickeres Ausrufezeichen als das vor vier Jahren überall für Aufsehen sorgende Debütalbum.

Noga Erez ist zurück, und mit ihr der Vibe der Unangepasstheit. In Zeiten, in denen alles drunter und drüber geht, sehnt man sich normalerweise nach entspannten und beruhigenden Rückzugsorten. Man kann das Chaos vor der Haustür aber auch mit einer breiten Brust, viel Motivation und der Musik von Noga Erez konfrontieren. Das hilft auch.

Ausprobieren lohnt sich.

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