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Knapp drei Jahre haben sich The Goon Sax für ihr drittes Studioalbum Zeit gelassen. Nun liegt „Mirror II“ endlich auf dem Tisch. Und der Fan der ersten Stunde fragt sich natürlich: Was hat sich seit der Veröffentlichung des Vorgängers „We’re Not Talking“ verändert?

Nun, was bereits nach dem ersten Albumdurchlauf hängenbleibt: The Goon Sax haben sich technisch und auch in punkto Soundausrichtung weiterentwickelt. Zum melodieverliebten Indie-Pop der Anfangstage gesellen sich nun noch ein Schuss Post-Punk und eine Prise New Wave dazu.

Nach dem etwas monoton trippelnden Opener „In The Stone“ laden The Goon Sax mit nostalgischen Effekten im Gepäck zur Zeitreise ein. In den frühen Achtzigern angekommen, vereinen die Australier die Trademarks von Blondie und Depeche Mode zu einem atmosphärischen Ganzen („Psychic“, „Tag“).

Gesanglich und musikalisch etwas neben der Spur geht es weiter mit dem vertrackten „Temples“, ehe die Band mit dem schunkelnden und basslastigen „The Chance“ wieder Boden gutmacht. The Goon Sax probieren sich aus.

Vielleicht nicht immer ganz zielgerichtet und strukturiert, dafür aber mutig und von allen Ketten gelöst, begegnen die drei Verantwortlichen ihren Gefühlen und Gedanken mit grenzenloser musikalischer Offenheit.

Auch die zweite Albumhälfte präsentiert sich facettenreich und keiner bestimmten Genre-Schublade zugehörig. Die aus Brisbane stammende Band stellt sich mit Album Nummer drei musikalisch nicht neu auf.

Aber The Goon Sax verlassen bereits in einem frühen Stadium ihre Komfortzone. Mutig, leidenschaftlich und intensiv verfolgt der Dreier einen emotionalen Plan, der sich nicht an gängigen Strukturen orientiert.

„Mirror II“ verzaubert den Hörer nicht mit einem außergewöhnlichen roten Faden. Hier geht es vielmehr um den Transport von Gefühlen.

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