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Arkells – Blink Once

In den vergangenen Jahren mussten sich Arkells viel anhören, nicht immer nur Gutes. Der Grund dafür ist die musikalische Wandlung, die die Kanadier seit ihrem 2008er Debütalbum “Jackson Square” vollbracht haben und der Fans der ersten Stunde nicht nur wohlwollend gegenüberstanden.

Startete das Quartett in den 2000ern mit Heartland-Punk, der zur damaligen Zeit mit Bands wie The Gaslight Anthem und Against Me größer denn je wurde, schlichen sich mit dem Anwachsen der Diskografie immer mehr Pop-Einflüsse in den Arkells-Katalog – besonders gehässige Kritiker würden der Band eine Anbiederung an den Mainstream vorwerfen.

Zuletzt waren Arkells mit “Rally Cry” (2018) gänzlich im bombastischen Stadion-Pop angekommen, der nur nebensächlich noch etwas mit Rock, geschweige denn Punk und Indie zu tun hat, sondern eher mit gefälligen Werbespot-Sountracks für Autos und sommerliche Biermischgetränke.

Da auch die groovigen Funk-Einflüsse, wahrscheinlich bei Bruno Mars abgeguckt, das Album nicht vor dem Absaufen retten konnten, fehlen die auf “Blink Once” wieder. Abgesehen davon machen Arkells auf ihrem sechsten Album allerdings gar nicht mal so viel anders: Noch immer setzt die Band auf Power-Pop in Überlebensgröße, der in dieser Art gerne aus dem Radio dudelt.

Wieder liegt der Fokus der Arkells nicht auf einem ganzheitlichen Werk, sondern eher auf Hit-Singles. Davon gibt es auf “Blink Once” allerdings tatsächlich gar nicht wenige, die mit cleveren Melodien und spritziger Produktion aufhorchen lassen.

“One Thing I Know” etwa, das mit seinem klavier-getriebenen Gute-Laune-Instrumental an N.W.A.s “Express Yourself” erinnert. Oder die fetzige Sommer-Nummer “Swing Swing Swing” mit leichten Gospel-Aromen. Oder das treibende “You Can Get It”, auf dem Gastsängerin K.Flay leidenschaftlichen Einsatz zeigt.

Beim Blick auf die Texte fällt wieder auf, dass es sich hier um ein lupenreines Pop-Album ohne wirklichen Tiefgang handelt, denn die Thematik der Songs springt oberflächlich zwischen Liebe vor, während und nach einer Beziehung im Dreieck.

Ehemalige Arkells-Fans werden auch mit “Blink Once” nicht glücklich werden – zu weit hat sich die Band von ihren erdigen Alternative-Rock-Wurzeln entfernt. Für den kurzweiligen, gut verdaulichen Pop-Spaß nebenbei hat die Band allerdings mittlerweile ein ziemliches Händchen: Der Ohrwurm-Bedarf dürfte für die nächste Zeit gedeckt sein.

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