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Tim Burgess – Typical Music

Ein 22-Track-Doppelalbum voller Energie, Leidenschaft und Spielfreude: Tim Burgess konfrontiert den finalen Pandemiezyklus mit einer künstlerischen Offensive, die in den vergangenen drei Jahren keine Chance zur Entfaltung hatte. Mit einem Soundpaket voller Elektronik, der Experimentierfreude eines wahren Freigeistes und dem Mut, verschiedene Genres aufeinander prallen zu lassen, stellt sich der Charlatans-Sänger selbstbewusst und mit breiter Brust ins Rampenlicht.

Highlights fallen mit der Tür ins Haus. Schon der Beginn lässt aufhorchen. Burgess startet das “Wochenende” mit lieblichem Brit-Pop und einer Melodielinie, die in den Ohren hängen bleibt (“Here Comes The Weekend”).

Der Titeltrack ist eine sich stimmungsgeladen aufbauende Klangeruption. Plötzlich vereint sich Rock mit orientalischem Noise und einer Prise 70s-Pop. Alles ist möglich. Nichts ist beliebig und schon gar nicht “typical“.

Das zwischen Pop-Schmonzette und bassläufigem Candlelight-Drama pendelnde “After This” rührt den Hörer beinahe zu Tränen.

Das fast siebenminütige “When I See You” ist ein Liebeslied voller Überraschungen. Einer gesprochenen Einführung, unterlegt mit oszillierenden Sci-Fi-Effekten, folgt ein Schunkelfest, das auch gut als “Yellow Submarine”-B-Seite durchgegangen wäre.

Tim Burgess schöpft wahrlich aus dem Vollen. Unterstützt von Tasten-Virtuose Thighpaulsandra und Multi-Instrumentalist Daniel O’Sullivan nimmt der Brite den Hörer mit auf eine Klangreise, die keine Grenzen kennt.

So umfangreich wie vielfältig präsentiert sich “Typical Music” wie ein Klangfest für alle, die nur allzu gern mit psychedelisch angehauchten Rock-Pop-Sounds mit sattem Brit-Pop-Einschlag durch den Tag spazieren:

“I wanted to expand the sound. We were limited in what we could do because of Covid, but we had orchestras in our brains”, so der Maestro. “Typical Music” hält, was der Urheber verspricht.

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