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Laibach – Love Is Still Alive

USA, China, Südkorea, Indien – die Liste der Interessenten, die sich im laufenden Jahr verstärkt der weiteren Erforschung des Mondes widmen werden, ist lang, Konflikte um dessen Ressourcen scheinen vorprogrammiert.

Dass nach Zerstörung der Erde deren Trabant fällig sein wird, und unsere Spezies folglich an anderen Orten im Universum nach Lebensraum suchen muss, nehmen die „Iron-Sky“-Filme vorweg. Die für deren musikalische Untermalung zuständigen Laibach geben den dafür passenden Soundtrack mit auf den Weg.

„Love Is Still Alive“ –  die Liebe ist der Treibstoff, mit dem die Übriggebliebenen durch das Sonnensystem unterwegs sind, von Hormonen und wechselnden Gemütslagen getriggert, ist für jede der acht Etappen ein eigens komponiertes Stück dabei.

„My Englisch is no heaven, my German’s even worse“ grummelt Milan Fras kurz nach dem Start, aber multilinguales Know-how ist auf dieser Mission gar nicht nötig, die Botschaft des Herzens wird überall im extraterrestrischen Raum verstanden, schließlich haben DÖF einst die Liebe von dort zur Erde mitgebracht.

Die Country-Nummer, mit der es am Mond vorbei geht, drängt die angekündigte Bezugnahme des slowenischen Künstlerkollektivs auf die „Space“-Musik vergangener Dekaden nicht auf, auch die Venus-Passage folgt zunächst einer akustisch ähnlich konventionellen Flugroute.

Die Übergänge zwischen den Stücken sind fließend, zunehmend übernimmt Elektronik das Kommando auf der Brücke wie HAL 9000 in Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ die Discovery, es fiept und zischt zwischen bedeutungsschweren Background-Gesängen und jaulenden Gitarrensoli, je länger die Reise dauert, desto dichter die Inszenierung.

Mit der Schubkraft des Dopamins am Merkur vorbei; ein unermüdlicher, suizid-affiner Beat beschleunigt das Raumschiff auf seiner siebenminütigen Neptun-Umrundung, wird ab Uranus das Haupttriebwerk abgeschaltet, gleitet „Love Is Still Alive“ fortan majestätisch durchs All.

Den Jupiter hinter sich lassend und den Mars vor Augen gilt: „Die Liebe ist die größte Kraft, die alles schafft“ – was Laibach bereits vor Jahrzehnten konstatierten, lässt auch mit Sternenstaub im Haar ins Nichts treibend hoffen.

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