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Caroline Polachek – Desire, I Want To Turn Into You

Nach der im Januar erschienenen EP “Blood And Butter” steht Pop-Ikone Caroline Polachek nun mit ihrem zweiten Album “Desire, I Want To Turn Into You” auf der Matte, in dem sie mit der Liebe im Himmel eine Reunion abhält.

Seit ihrer Debüt-Platte “Peng” vor vier Jahren, aus dem der ein oder andere virale Hit hervorging, ist Polachek eines der zentralen Aushängeschilder der Art-Pop-Bewegung. In ihrer Pause unterstützte die Künstlerin zuletzt als Feature-Gast Kollegin Charli XCX bei “Crash” oder DJ Flume in “Palaces” mit ihren markanten Vocals.

Jetzt ist sie zurück: Zwar nicht mehr die Leiter in den Himmel hinaufkletternd wie auf “Peng”, nein, dieses Mal ziert das Cover Caroline Polachek, wie sie nicht weniger theatralisch auf dem Boden eines U-Bahn-Wagons etwas entgegen kriecht. Doch wo will sie dieses Mal hin?

“Welcome To My Island” eröffnet den 12-Song-Epos mit engelsgleichen Gesängen, die zwar schon seit dem 2019er Album zu Polachek’s charakteristischen Merkmalen gehören, aber im Zweitling noch mehr zum Einsatz kommen.

Hier treffen starke, synth-lastige Refrains mit modernem Bass aufeinander, die neben dem Hyper-Pop eine rockige sowie akustische Komponente mit an den Tisch bringen. Mit jedem Mal ist etwas Neues rauszuhören, so groß ist die Instrumentenvielfalt, die daraufhin auch bei “Bunny Is A Rider” und “Pretty In Possible” rauszuhören ist.

Der erste merkbare Stimmungswechsel auf “Desire, I Want To Turn Into You” ist ab “Sunset” zu beobachten, bei dem zum ersten Mal die Elektrizität des Sounds deutlich zurückgeschraubt wird und nur sporadisch zwischen den warmen, flotten Flamenco-Gitarren aufkommt.

Danach geht es mit “Crude Drawing Of An Angel” schlagartig ruhiger zu, während Polacheks schneidig-hoher Gesang sich weiter ins Hirn brennt.

“I Believe” reißt an der aufkommenden Melancholie an und führt sie mit einem peppigen House-Beat weiter, wieder dominierende Synthesizer ganz im 80er-Stil. Zusätzlich wird die Stimme der Künstlerin nun merklich hoch gepitcht. Orgeln begleiten Caroline Polachek schließlich beim dritten Refrain: “I don’t know what I believe”.

Als Nächstes schließt das einzige Feature-Stück mit Grimes und Dido, “Fly To You”, sowohl am House als auch an die zentrale Himmelsthematik an: Akustische Gitarren rücken wie auch lyrisch die Liebe jetzt als Motiv in den Vordergrund.

Die letzte Phase des Albums wird anschließend mit “Blood And Butter” eröffnet, bei der nun kein bestimmtes Song-Arrangement zu erkennen ist. Weitergeführt durch “Butterfly Net” vereinen die Lieder sowohl den Dance als auch Hyper-Pop sowie Rock-Akustik mit gediegenem Rhythmus: Es geht dem Ende zu.

Schließlich kommen wir mit “Smoke” zurück zum House, dagegen hören wir in “Billions” zum Schluss einen vibrierenden Beat, der die Chor-Symphonie zuletzt gänzlich zum Beben bringt. Wie auch das Album begonnen hat, so schließen Chorgesänge “Desire, I Want To Turn Into You” in weiter Ferne ab – nur dieses Mal sind es nicht die von Polachek.

Mit ihren Songwriting-Qualitäten und klanglichen Vorstellungskraft emanzipiert sich Caroline Polachek vom Debütalbum, ohne sich von ihrem Stil loszusagen. Die Affinität zum Hyper-Pop klingt dieses Mal mehr durch, wobei der Schwerpunkt trotzdem wieder auf ihrer stimmlichen Performance liegt.

Im Zusammenspiel mit synthetischen Instrumenten wird die Stimme komplementiert, die regelmäßig in den Oktaven dermaßen hochschießt, als würde sie sich jeden Moment überschlagen. Und so hält dieses Album einen von Sekunde eins in Atem – was für eine U-Bahn-Fahrt!

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