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ZSK – HassLiebe

Das „Ende Der Welt“ hatten ZSK bereits vor zwei Jahren vor Augen, immerhin hat das Quartett seitdem die Galgenfrist genutzt, inmitten aller Krisen mit „Hass↯Liebe“ den Nachfolger ihres bis dato erfolgreichsten Albums einzuspielen.

So versiert die Band im Grabenkampf zwischen Gut und Böse, Schwarz und Weiß inzwischen ist, so bekannt ist ihnen der schmale Grat zwischen Liebe und Hass,. Neben der lauten Orchestrierung dieser Emotionen gibt es auf ihrer siebenten Ausgabe „Hass↯Liebe“ Protestnoten gegen Krieg, Internet und diverse Unsympathen auf die Ohren.

Konzeptionell gab es kaum einen Grund, nicht an den Vorgänger, der immerhin auf Platz 3 der Charts landete, anzuknüpfen. Wie im gleichnamigen Song „Hass↯Liebe“ beschränkt sich der Neufang nach 25 Jahren Bandhistorie überwiegend auf das Verwalten ihrer musikalischen Kernkompetenzen, die in Verbindung mit direkter Sprache verlässlich ihre Zielgruppe erreichen wird.

Schnörkellos treiben die Berliner ihre 13 Neuschöpfungen vor sich her, haben – neben dem wutschnaubenden Hochgeschwindigkeits-Titeltrack – mal etwas mehr („Glück“), meist viel weniger („Himmel“) Melodisches an Bord und mit „Und Ich Höre Dich Atmen“ auch einen leisen Kontrast für ein privates Anliegen in das Programm aufgenommen.

Opener „Darwin“ taugt dazu, die Protestbewegungen von Fridays For Future bis Lützerath zu befeuern, bläst „Beratungsresistent“ den YouTube-Professoren die glitzernde Kopfbedeckung vom Haupt, trotzdem gilt bei allem Grund zur Sorge nach wie vor: „Ich Liebe Dieses Leben“ – Feiern bleibt ein Muss.

Dabei führt Joshis Organ selbst dann mit leidenschaftlichen Selbstverständnis durch den Themenkatalog, wenn die Protagonisten von „Scheißtyp“ (mit Attic Stories Frontfrau Romana Aufinger als Co-Interpretin) und „Hipster“ gnadenlos überzeichnet wirken.

Dass der ein oder andere Chorus auf Volksfest-Niveau herumdümpelt und manch Versmaß an das Frühwerk von Abstürzende Brieftauben erinnert, werden ihnen die Fans nicht krumm nehmen, garantierten die Nummern doch, dass auch nach dem fünften Bier der vielkehlige Einsatz des Publikums vor der Bühne sitzen wird.

ZSK bleiben auch mit „Hass↯Liebe“ präsent, authentisch und vor allem „Stärker Als Die Angst“. Keine Selbstverständlichkeit in diesen Tagen.

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