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LA Priest – Fase Luna

Sam Eastgate aka LA Priest setzt sich mit der Gitarre an den Ozean und gleicht dort seine windschiefen Psych-Pop-Stücke der Wellenförmigkeit der Wasseroberfläche an.

Als Frontmann der britischen Dance-Punk-Gruppe Late Of The Pier hat der Synth-Voyager bis zu diesem Punkt einen einigermaßen langen Weg hinter sich. Denn auch als Solokünstler sind die nonchalanten Vibes auf “Fase Luna” nicht zwingend die naheliegendsten.

Schließlich hat er den Vorgänger „Gene” aus 2020 noch mit einer selbst gebauten Drum-Maschine aufgenommen, bestehend aus 150 elektrischen Schaltkreisen. Für den Tüftler, den er da noch auslebte, ist der Nachfolger von erstaunlicher Intuition geprägt.

Als würde LA Priest einfach spielen, was er sieht, riecht und fühlt. Von seiner walisischen Heimat zog es ihn für die Platte nach Mexiko, Belice und in den Regenwald Costa Ricas. Songs wie „Silent“, „Ocean“ oder „ Sail On“ nach zu urteilen, weniger wegen einer explorativen als viel mehr meditativen Ader.

Denn “Fase Luna” ist rudimentär, leicht und von der Entspannung einer Hängematte, der auch der Photoshop-Unfall auf dem Cover nichts anhaben kann. Die Synthesizer treten vergleichsweise in den Hintergrund, die Gitarren in ihren akustischen und elektrischen Varianten nach vorne.

„It’s You“ überzeugt mit charmantem Solo, das wie alles auf dieser Platte, den nächsten Ton einfach passieren lässt, als ihn zu suchen und festzulegen. Die Songs finden LA Priest, nicht umgekehrt.

Was sich bis zur Hälfte der Platte vielleicht noch halbesoterisch liest, wird hinten raus immer offensichtlicher. Denn spätestens mit „No More“ findet auch der unverfänglichste Mushroomcocktail von alleine seine Konsumenten.: „No more diving days“!

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