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Hot Chip (feat. Yunè Pinku) – Fire Of Mercy – Neue Single

Die Londoner Elektro-Pop-Band Hot Chip hat heute ihre neue Single „Fire Of Mercy“ veröffentlicht und featuren dabei Yunè Pinku, die Newcomerin aus Malaysia, die letztes Jahr mit ihrer EP „Bluff“ für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Man kann der Band um Alexis Taylor und Joe Goddard so einiges vorwerfen, wenn man möchte. Die Musik sei zu harmlos, die Texte wären von Glückskeksen inspiriert, ihr Werk diene nur dem Eskapismus und hätte keine wirkliche Tiefe. Sagen manche.

Aber man kann ihnen nicht vorwerfen, sie wären nicht fleißig. Alle zwei bis drei Jahre erscheint ein neues Album und keines ähnelt dem anderen. Die Debüt-EP „Mexico“ (2001) wirkte noch etwas unentschlossen, aber man darf nicht vergessen, dass die große Brit-Pop-Welle der Neunziger mit Oasis und Blur erst im Jahr vorher unerträglich geworden war.

Mit „The Warning“ (2006) erreicht die Band breite Popularität und das Lob der Musikkritik für ihre Mischung aus Soul, Hip-Hop, R&B, Rock’n’Roll und Elektro. Dieses Album öffnete die Chart-Türen für alle nachfolgenden.

Im letzten Jahr erschien “Freakout/Release“, bei dem auch der MusikBlog-Review zu dem Schluß kam:

“Abgesehen vom intimen, sanft-flackernden ‘Not Alone’ in der Album-Mitte will das britische Quintett 2022 vor allem eins: Tanzen. Und diese Einladung zum Eskapismus können wir gerade wohl alle gebrauchen.”

Die neue, Non-Album-Single „Fire Of Mercy“ trabt in mittlerem, unerschütterlichen Tempo vor sich hin und der Mix aus den Stimmen von Taylor, Goddard und Pinku kombiniert Coolness und Wärme so elegant, dass man bald mitsingen möchte.

Ein eingängiger Song, der sicher nicht zu Revolten in den Straßen Londons sorgt, über den niemand eine Träne vergießen wird und den alle, die ihn gehört haben, schnell wieder vergessen werden. Aber, hey: Was ist daran falsch?

Der Text suggeriert eine Tiefe, die der Song nicht tragen kann: „Hörst du irgendwann auf, an das zu glauben, was dich ausmacht? Bedenke: Das Leben kann jeden Moment eine Wendung nehmen und dich ohne Luft zum Atmen zurücklassen.“ Carpe the fucking diem halt.

Das spielt aber keine Rolle, denn in Wirklichkeit ist Hot Chip eine Band, die schon immer live erlebt werden wollte und auch „Fire Of Mercy“ ist extrem tanzbar, der Refrain zum Mitgröhlen einfach und die gute Laune, die zwischen den Zeilen steckt, ist virulent. Wer denkt dann noch darüber nach, was denn bitteschön das „Feuer der Barmherzigkeit“ ist?

Fazit: Wenn „Fire Of Mercy“ Eskapismus ist, dann bitte mehr davon.

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