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Messer – Taucher – Neue Single

Die Gruppe Messer aus Münster hat heute ihre neue Single „Taucher“ veröffentlicht. Der Song ist Teil des neuen Albums „Kratermusik“, das für den 1. März angekündigt ist.

Vor Ukraine-Krieg, Inflation, Covid 19 und vor Donald Trump gründete sich in der kreisfreien Stadt Münster im schönen Westfalen, berühmt dafür, die zwanziggrößte Stadt Deutschlands zu sein, eine Band, die sich selber „Messer“ taufte.

Es war 2010 und der musikalische Höhepunkt für die meisten Deutschen, die ihre Bildung den Fernsehprogrammen verdanken, war, dass Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest gewann. Endlich! Endlich Weltmeister! „Ein bisschen Frieden“ war schon so lange her!

Das zweite Album der Band „Die Unsichtbaren“ (2013) erzeugte Wellen im großen Ozean der Musikjournaille – Spex, Visions, die taz und Spiegel Online berichteten in hohen Tönen von der Band, die sie am liebsten mit Fehlfarben verglichen.

Im MusikBlog-Review hieß es dazu: „So verweigern sich die vier angehenden Akademiker aus Münster schließlich aufs Neue dem kollektiven Hamsterrad der Turbouniversität. Statt zu büffeln, verbringen sie abermals stattliche Anteile ihres Alltags an den Rockinstrumenten, rotzen wieder gegen die gute Stimmung im Niedergang an.“

Auch „Taucher“ klingt nach dem typischen Messer-Sound, der tatsächlich nach den wirklichen Ikonen der Neuen Deutschen Welle klingt, bevor diese durch Nena und Markus in die kommerzielle Verblödung getrieben wurde.

NDW war durchaus Rock und nicht nur New Wave und NDW hatte vor allem deutsche Texte, die zum ersten Mal nicht von Herz-Schmerz, Schluss-Kuss und Musikantenstadl bestimmt wurden. Messerscharf war damals der Schnitt zwischen Jung und Alt.

Dieser typische Messer-Sound ist moderner Post-Punk-Rock, mit treibendem Bass, geduldigem Schlagzeug und getragen von den Texten, die Hendrik Otremba ins Mikrofon skandiert.

So auch in „Taucher“. Dieser Song würde zur Hymne des Eskapisten-Weltverbands taugen, wenn Eskapisten Weltverbände gründen würden statt auf Star-Trek-Konferenzen zu pilgern, sich beim Live-Action-Rollenspiel zu hauen, in den Welten von Baldur’s Gate 3 verloren zu gehen oder über alle Marvelfilme in richtiger Reihenfolge zu podcasten.

Wir sind alle Eskapisten, denn es ist die Zeit von Ukraine-Krieg, Inflation, Covid 19 und nach Donald Trump – wenn wir Glück haben. Im Song heißt es: „Da ist ein Feuer an der Oberfläche, in der Höhle tropft es von der Decke.“ Lieber tauchen.

Unter Wasser schwebt man aber schwerelos über die Skelette von Seeungeheuern, erforscht Flugzeugwracks und kann durch die Ruinen von Atlantis gleiten. „Nichts mehr sagen, nicht mehr schreien, nicht mehr atmen, ich will Taucher sein!“

Ein Taucher sieht den Grund. Hey! Hui! Ich will ein In-Sich-Taucher sein!

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