Editors haben heute ihre neue Single „The Rush“ inklusive einem Musikvideo veröffentlicht. Sie stammt von ihrem neuen Album „Surface, Echo & Sound“, das am 30. Oktober via Play It Again Sam erscheint.
Lange galten Editors als jene Band, die im Studio am liebsten an Reglern schraubte – spätestens seit ihrem letzten Album „EBM“ von 2022. Das Gemeinschaftswerk mit Elektronik-Tüftler Benjamin John Power alias Blanck Mass, der dem Album auch den Titel gab baute jedoch laut MusikBlog-Review weniger auf „Electronic Body Music“ als stattdessen auf ein gewohntes Fundament aus schmissigen Elektro-Melodien, die im Verbund mit breitwandigen Pop-Rock teils bis auf Stadionformat aufgeblasen wurden.
Auf „Surface, Echo & Sound“ schlagen Editors nun die entgegengesetzte Richtung ein und kehren dorthin zurück, wo alles begann: zu fünf Menschen in einem Raum, die gemeinsam Songs zum Leben erwecken.
Als sich die Band im Sommer letzten Jahres wieder zusammen fand, hatte Frontmann Tom Smith eine Handvoll Stücke im Gepäck – reduziert, akustikbasiert, ganz im Geiste seines im letzten Winter erschienenen Soloalbums „There Is Nothing In The Dark That Isn’t There In The Light„.
Geprobt und aufgenommen wurde nicht etwa in einem schummrigen Technotempel, sondern auf einem unscheinbaren Gewerbegebiet im grünen Gloucestershire.
„It was a very productive summer“, erzählt Smith. „The sun was out for the most part, we were in greenest Gloucestershire – it was pretty much the opposite of being in Berghain!“ Wer schon einmal englische Industriegebiete im Sommerlicht gesehen hat, ahnt: Das ist kein kleines Understatement.
Die erste Single „The Rush“ beschreibt Smith als imaginäre Barszene, in der zwei Menschen über das Leben sinnieren, etwas trinken und die Höhen und Tiefen Revue passieren lassen. Trost bei nahestehenden Menschen zu finden, bei Freund*innen und Familie, sei ein Motiv, das bei ihm immer wieder auftauche.
Klanglich sorgt ausgerechnet eine Mandoline für Wärme – ein Instrument, mit dem man die Editors bislang eher selten in Verbindung brachte. „As a texture, it’s definitely a big character on this record“, erklärt Gitarrist Justin Lockey, der das Album auch aufnahm und produzierte. „A lot of the rhythms come from the mandolin and the acoustic as much as they do from the drums.“
Das dazugehörige Video entstand in Tokio unter der Regie von Henry Ehara, der für seine Arbeiten mit ausgeprägtem körperlichem Ausdruck bekannt ist. Es zeigt ein – wohl das von Tom Smith im Kopf vorgestellte – Pärchen, das mit Masken auf dem Kopf durch die japanische Stadt geistert, fährt und tanzt.
