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Beck hat zuletzt mit synthetischen Soundexperimenten und Autotune neue Klangwege erforscht. Die Lead-Single der neuen Ausgabe steckte früh den Claim ab, auf dem sich „Ride Lonesome“ bewegt, hat der Titeltrack sein 15. Abum eher in die musikalische Nähe zu „Morning Phase“, als im Fahrwasser von „Hyperspace“ verortet.

Der Woody-Guthrie-Fan, der Folk als „einfache, schlichte, unverfälschte Seite der Songs“ früh lieben lernte (Spex, Juli 1994), spielt eine Variante des Genres, der flimmernde Melancholie wie Staub am Revers haftet und die von Produzent Nigel Godrich wie immer atmosphärisch dicht in Szene gesetzt wird.

Die akustische Gitarre ist ein tragendes Instrument, stimmungsverstärkende Chöre und Streicher versetzen in eine intime Klanglandschaft, in der die Stimme des Protagonisten mit 56 Jahren längst im Crooner-Timbre der Lebensweisheiten angekommen ist.

Entschleunigung liegt den 13 Songs inne, die verbreitet wie das Resümee einer Biografie klingen, die noch lange nicht abgeschlossen ist, auch wenn es im Video zu „In The Night“ aussah, wie Johnny Cashs „Hurt“-Version geklungen hat.

Eingespielt mit seinen alten Kumpels um Smokey Hormel und Joey Waronker – was nicht nur „Falling Through My Hands“  einen fast schon familiären Charakter verleiht – erinnern die Saiten an Ry Cooder, gleiten die Arrangements über die weite Landschaft, wenn Americana am Straßenrand den Daumen in den Wind hält, wird angehalten und der damit bespielte „Disappearing Act“ eingeladen.

„Run Away“ steht dem Folk-Pop nahe und spannt mit raunenden Background einen glitzernden Sternenhimmel auf; „Failed Words“ wird vom Klavier in ein Bett innerer Einkehr begleitet; Geigen lassen „For Your Love“ in ein emotionales Delta münden und „If You Don`t Know What Love Is“ – in diesem Lied ist sie zu finden.

Die Suche nach dem eigenen Weg ist eines der Kernthemen der Platte. Derjenige, auf den der einzige „Loser“, der bisher acht Grammys gewann, mit „Ride Lonesome“ abgebogen ist, scheint auch nur ein weiterer Abschnitt zur nächsten Inspirationsquelle „Beyond The Light“ zu sein.

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