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David Lynch – The Big Dream

David-Lynch - The Big Dream2006 lief mit „Inland Empire“ der letzte David Lynch Film in den Lichtspielhäusern. Seitdem sucht der Meister des surrealen Kopfkinos seine Muße eher in der Meditation und  im Aufnehmen von Platten. Und obwohl der Regisseur nur seinen Sound Architekten Dean Hurley mit in das eigene Asymmetrical Studio genommen hat, scheinen sich alle Freaks aus seinen Filmen versammelt zu haben, um gemeinsam Musik aufzunehmen.

Versuchte sich 2011 das Debut Album „Crazy Clown Times“ noch im Ausloten verschiedener Musik-Stile, hat sich Lynch diesmal ganz dem Blues verschrieben – und zwar dessen elektrischer Variante.  Die Beats, die auf einer staubigen Straße quer durch Amerika ziehen, werden auf ihrer Reise von einer klirrenden Reverb Western Gitarre und diversen Nebengeräuschen begleitet, so dass im Trip-Hop-lastigen Opener und Titeltrack „The Big Dream“ der Eindruck entsteht, Tricky hätte ein Calexico Album geremixt.

Und jeder Song der Platte stoppt in irgendeinem Nest auf der Strecke und in jedem begegnet man einem dieser kaputten Typen, die einst schon den Weg von Sailor und Lula kreuzten: Traumtänzer in „Last Call“ und „I Want You“, die undurchsichtigen Schönen  in “Star Dream Girl” oder dem nur in Gewalt eine Lösung sehenden amerikanischen Familienvater im Bob Dylan Cover “The Ballad of Hollis Brown”.

Herausragende Stücke auf diesem sehr kompakten Album sind das an “Kangaroo” vom Künstlerkollektiv  This Mortal Coil auf dem “Lost Highway” Soundtrack erinnernde “Cold Wind Blowin`” und das nicht minder sphärische “The Line It Curves”. Der verzerrte und verfremdete Sprechgesang stammt jeweils vom Meister selbst, nur der Bonus Track “I’m Waiting Here”, praktisch ein Prequel zur Julee Cruise  Twin Peaks Hymne „Falling“ (Laura Palmers Film-Vater hat übrigens einen grandiose Auftritt im Beach House Video  zu „Wishes“), wird dramatisch vorgetragen von der „I Follow Rivers“ Schwedin Lykke Li.

Super Album Herr Lynch – aber jetzt mal wieder einen Film! „The Big Dream“ liefert dabei natürlich gleich die passende Filmmusik.

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