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Anna Calvi – Live im Freiheiz, München

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Anna Calvi, die nach ihrem neuen Album „One Breath“ seit Februar diesen Jahres auf Europatournee ist, machte gestern im Münchener Freiheiz Halt. Das Freiheiz, außen von Neubauten und einem sauberen Vorplatz umrahmt, bietet zumindest innen mit Ziegelwänden und Downlights die richtige, gedämpfte Atmosphäre. Die Bühne ist mit Kerzen und Blumen geschmückt, mit so einer Art Schrein auf dem Keyboard, und würde ein bisschen an eine Trauerfeier erinnern, wenn nicht ein riesiges Bild mit Steppe und Wolkenhimmel auf der Bühnenleinwand zu sehen wäre. Das Bild könnte auch gut als Windows 98 Desktop-Hintergrundbild durchgehen, stammt aber eventuell doch aus Mexiko, wo Anna Calvi ihren „One Breath“ Albumtrailer drehte.

All zu lang lässt sich Madame Calvi nach der Vorband nicht bitten, wartet aber schon die ersten Rufe und Pfiffe nach ihr ab. Das Konzert beginnt relativ ruhig und auch die unmittelbar folgenden Hits „Eliza“ und „Suddenly“ werden eher zurückhaltend gespielt. Dazu passend dann „Cry“. Anna haucht mit zarter Stimme ins Mikrofon und es herrscht ungewöhnliche Ruhe im Saal. Die Stücke werden in Moll gespielt und kommen zunächst ohne lauten Gitarrenklang aus.

Nachdem die ersten fünf bis sechs Stücke gespielt sind, zögert Anna einen Augenblick, bevor sie das Elvis Presley Cover „Surrender“ beginnt. Sie lächelt kurz ins Publikum und dieses nutzt die Pause und erhebt sich ob der unerwarteten Zuwendung mit einem zustimmenden, johlenden Applaus. Anna Calvi ist bekanntlich auf der Bühne eine andere, extrovertierte Person als im wirklichen Leben, aber heute Abend erscheint sie auch auf der Bühne schüchtern und zurückhaltend.

Das ändert sich jedoch etwas im nächsten Song „Rider To The Sea“ vom Debutalbum, als Anna zu ihrem Gitarrensolo ansetzt. Hier hört man deutlich ihr großes (Gitarren-)Vorbild Jimi Hendrix. Nun scheint Anna Calvi in ihrem Element zu sein und ihre Gitarreneinlagen, z.B. im folgenden „First We Kiss“ werden deutlich dynamischer und körperlicher. Wie sie ihre Gitarre bearbeitet, mit dem Hals nach unten und weit vom tief gebeugten Körper gestreckt, erinnert zuweilen an die Live Shows von Sonic Youth.

Die gute Stimmung ist nun deutlich spürbar. Anna präsentiert ihre neue Single „Piece By Piece“ und das wunderbar atmosphärische „Carry Me Over“, das sich perfekt in den neuen Moll-Sound einfügt. Bei der Songzeile „You just say no“ im Bruce Springsteen Cover „Fire“ ruft es aus dem Publikum „…and I say yes“, was mit lautem Lachen quittiert wird. Anna Calvi jedoch verzieht keine Miene und konzentriert sich auf den Song. Es folgt der Megahit „Desire“ vom ersten Album; der letzte Titel im offiziellen Hauptteil ist dann das großartige „Love Won’t Be Leaving“.

Für die erste Zugabe lässt sich Anna Calvi nicht lang zurück auf die Bühne bitten und beginnt bereits gefühlte 10 Sekunden später mit „Love Won’t Be Leaving“. Für die zweite Zugabe braucht sie dann etwas länger und ein ungeduldiges, gutes Drittel des Publikums hat den Saal bereits verlassen. Anna fragt in die verbliebene Menge, was sie denn spielen solle: „What do you want me to play? Hm?“. Nach mehreren verschiedenen Rufen entscheidet sie sich dann für das wohl eher nicht so spontane „No More Words“, ebenfalls von ihrer Debütplatte. Dann entlässt sie ein beseeltes Publikum in eine angenehme, laue Februar-Nacht.

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