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WhoMadeWho (Credit Annett Bonkowski)
06 WhoMadeWho (Credit Annett Bonkowski)
WhoMadeWho (Credit Annett Bonkowski)
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WhoMadeWho (Credit Annett Bonkowski)
WhoMadeWho (Credit Annett Bonkowski)

WhoMadeWho – Live im Postbahnhof, Berlin

Party-Alarm mitten in der Woche? Für WhoMadeWho ist das kein Problem. Das auf Unterhaltung gepolte Trio aus Dänemark nahm die Herausforderung spielend an, den Berliner Postbahnhof samt Publikum auf den Kopf zu stellen und verbuchte schon in der ersten Instanz einen Erfolg. Schließlich herrschte unter dem lauschigen Dach aus Holzbalken Gedränge bis zum Umfallen und niemand schien sich die Gelegenheit entgehen lassen zu wollen, die polierten Tanzschuhe zum Einsatz zu bringen.

Ebenfalls ganz auf Bewegungsfreiheit eingestellt, erschienen Jeppe Kjellberg, Tomas Høffding und Tomas Barfod im luftigen Einheitslook, der im Pop-Art-Stil fröhlich-bunt eine Mischung aus zugeknöpftem Oberhemd und locker sitzendem Rock darstellte. Die geplanten Ausfallschritte inklusive mehreren Ausflügen von der Bühne runter ins Publikum sollten schließlich während der Show nicht aufgrund von zwickenden Nähten verhindert werden. Getreu den Live-Qualitäten der Band, wird sich nicht neunzig Minuten hinter dem Mikrofon ausgeruht, sondern lieber ein paar Meter zu Fuß zurückgelegt.

Für die Performance schien jedoch eine kleine Aufwärmphase seitens der Band nötig zu sein, in der vor allem das leicht hinterher hinkende Tempo der Songs dafür sorgte, dass weder WhoMadeWho noch die Fans so richtig aus sich herauskommen wollten. Statt einem Frontalangriff zogen es die Dänen vor, sich ihre Reserven einzuteilen und zügelten das unterschwellige Brodeln mit einem geübten Handgriff an den jeweiligen Instrumenten. Und das, obwohl gerade Schlagzeuger Tomas Barfod den Eindruck machte, als würde er mit seinen umherfliegenden Armen einen besonders großen Radius abdecken wollen.

Zum allgemeinen Wachwerden schallte dann vergleichsweise früh der erste Single-Gruß „The Morning“ des aktuellen Albums „Dreams“ durch die Location, die dadurch etwas mehr in Schwung kam. Das Zucken der wie Streichhölzer dicht an dicht gedrängten Meute nahm zu, das Trio auf der Bühne räumte im selben Atemzug ebenfalls die Anspannung Song für Song aus dem Weg und gelangte immer näher an den Siedepunkt des Abends, der mit Stücken wie „The Sun“ und vor allem dem gesteigerten Synthesizer-Einsatz zielgerichtet ins Visier genommen wurde.

Das eigentliche Work-Out zettelten WhoMadeWho zwischendurch immer wieder selbst an, indem sie das Publikum dazu brachten, beide Hände in die Luft zu reissen und die Verspannungen des Tages mit jedem Akkord weiter abzuschütteln. Für einige Fans funktionierte das so gut, dass auch noch ein paar mehr Grooves ausgepackt wurden. Andere hingegen nutzten die erzeugten Sound-Vibrationen und die Dunkelheit des Konzertraumes lieber zum ausgiebigen Kuss-Marathon und dürften ungefähr 99.9% der Show bewusst ausgeblendet haben. Da halfen dann auch nicht die prüfenden Blicke der Bandmitglieder bis in die letzten Reihen, ob auch ja niemand beim Massengeklatsche aus der Reihe tanzte.

Auch wenn die dänischen Elektro-Pop-Veteranen ihrem Auftreten nach gerne etwas bissiger hätten sein können und der Energiepegel der Songs über weite Strecken nicht ganz ausgereizt wurde, versprühten WhoMadeWho wie am Fließband gute Laune und setzten besonders im Zugabenblock das erhoffte Ausrufezeichen hinter einen lebhaften Abend mit Draufgänger-Charakter, den die Band gegen Ende des Konzerts wiederholt als „amazing!“ einstufte. Nach knapp 75 Minuten war dann aber Schluss mit dem musikalischen Schabernack und die drei gut aufgelegten Herren schritten ein letztes Mal breit grinsend zum Abschiedsgruß über die Bühne.

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