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Mew – Live im Strom, München

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Die dänischen Mew haben im April mit „+-“ nach sechs Jahren erstmals wieder ein Album veröffentlicht. Wie immer erschließt sich der spezielle Mew-Sound erst nach einige Hördurchläufen, dafür bleibt er umso stärker im Gehirn des Hörers haften. Nun sind sie mit dem Album bekanntlich auf Tour, gestern fand die letzte Station im Münchener Strom statt.

Der Konzertsaal ist mittelmäßig gefüllt, es scheint wohl so zu sein, dass Konzerte weniger attraktiv sind, sobald es etwas melodischer wird, was ja leider auch schon unser Freund William Doyle aka East India Youth erfahren musste. Dafür sind die Zuschauer stylisch angezogen, mit zahlreichen blonden Haaren darunter, was wohl der skandinavischen Herkunft einiger Fans geschuldet ist.

Mew beginnt mit „Witness“ vom aktuellen Longplayer „+-„, mit dem typischen Stroboskopgewitter und einer schönen Lightshow von zu einem Muster zusammengesetzten LED Stäben an der Bühnenwand. Für die Lichteffekte ist ja Sänger Jonas Bjerre verantwortlich, der sich nebenbei auch als Visual Artist betätigt.

Die Stücke sind zunächst vom neuen Album, gehen ziemlich nahtlos ineinander über und schaffen so einen sehr homogenen Sound aus Keyboard-Klängen mit manchmal an Interpol erinnernden Gitarre und Bass. Das Ganze kombiniert mit der markant hohen Stimme von Jonas Bjerre (für die er übrigens 2006 den Danish Music Award gewann), der die meiste Zeit mit geschlossenen Augen und in regungsloser, aufrechter Pose verharrend singt. Nach einigen Minuten stellt sich beim Zuschauer der gleiche Effekt wie beim Hören der Mew Alben ein, man versinkt beim gebannten Lauschen der Musik in eine Art Hypnosezustand und neigt ebenfalls dazu, die Augen zu schließen.

Ab und zu bricht die Euphorie des Publikums jedoch aus und zeigt sich in spontanem Mitklatschen oder Arme-Hochrecken. Ganz ohne Aufforderung und ohne, dass die Band sich das Mitmachen der Fans erbetteln muss wie noch Taymir zwei Tage zuvor.

Es gibt nur wenige Ansagen zwischendrin und wenn, kommen sie meist von Gitarrist Bo Madsen oder Bassist Johan Wohlert, der z.B. vor dem Song „Special“ nochmal erläutert, dass er sieben Jahre von der Band weg war und erst 2013 wieder zu Mew kam, weshalb sein letzter Auftritt in München schon einige Zeit her ist (ca. 10 Jahre, Anm. d. Red.). Außerdem erzählt er, dass er München für ein ganz nettes Städtchen hält, wovon sich die Band nach einem Spaziergang durch die Stadt überzeugt hätte.

Der letzte Titel des Hauptprogramms ist „The Zookeeper’s Boy“, gegen dessen Ende erst Bassist Johan mit einem großen Winken und danach Gitarrist Bo die Bühne verlassen, so dass nur noch Sänger Jonas auf der Bühne steht. Der hält am Schluss für den Refrain „Are you my lady, are you my lady…“ das Mikrofon etwas ungeschickt mit einem „Sing along“ in das Publikum, worauf dieses nach kurzem Zögern den Chorus minutenlang mitsingt. Ein wundervoller Moment.

Die erste Zugabe nach nur minimaler Pause ist dann das hymnische „Louise Louisa“ vom 2005er Longplayer „And The Glass Handed Kites“. Nach einer erneuten, kurzen Pause und dem frenetischen Herbeiklatschen einer weiteren Zugabe, kommt zunächst nur Gitarrist Bo Madsen auf die Bühne, fragt „How are you?“ ins Publikum und ergänzt dann „We are about to get better“, ohne jedoch zu erleuchten, wovon Mew sich denn erholen muss. Dann spielen Mew das fast 10-minütige Schlussstück „Comforting Sounds“ von dem überragenden „Frenger“ Album, welches in der Synthie-Line etwas an „The Light Will Stay On“ von den Walkabouts erinnert und einen großartigen Abschluss eines großartigen Konzerts bildet.

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