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Courtney Barnett – Live im Postbahnhof, Berlin

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Die nonchalanteste Überfliegerin des Jahres im Indie-Rock. Zum dritten Mal in rund einem Jahr schaute Courtney Barnett in Berlin vorbei. Vom Magnet Club über den Heimathafen in den Postbahnhof; von 400 Zuhörern zu 800 zu 1.200 – selbst im eher auftragsorientierten Konzertgraben raunten sich Fotografen zu: „She made it big, didn’t she?“

Ein gewisser Grad an Professionalisierung bleibt da nicht aus. Mit einem der besten Alben des Jahres im Grunde das gesamte Jahr auf Tour zu sein, ist tough. Im April, im Heimathafen, war ihre Performance noch durchsetzt von kindlichem Staunen: „Wow, so many people, I can’t believe it, this is incredible“ – der übliche, verständliche Weg, wenn man sich aus dem Underground auf die Bühnen der westlichen Welt rockt.

Gestern hingegen: eine gereifte, das turbulente Jahr Spuren bei ihr hinterlassen habende, Courtney Barnett. Kein einziges Wort zuviel. Und doch: derselbe Charme, dieselbe Sympathieträgerin. Erstaunlich gereift rockt sie sich durch ein mit Coverversionen und alten EP-Songs durchsetztes Set ihres ihr selbst sicher zu den Ohren raushängenden Albums. Vor allen die Gitarren-Soli spielt sie mittlerweile gerne anders, wen wundert’s, einfach aufgeräumter.

Dabei hat „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ diesen unverkennbaren Indie-Charme, noch vor anderthalb Jahren kratzte sie die Miete im teuren Melbourne wer weiß wie zusammen. Ein DIY-Erfolg, der keine Unmengen an Produktionskosten verschlang, ist ihr Debütalbum von Anfang des Jahres, irgendwo zwischen Singer/Songwriter-Melancholie, Folk-Rock-Ironie, und kleinen, versteckten Nirvana-Momenten der coolen Gitarren-Wut.

Sie erntet die Früchte harter, harter Arbeit. Die Meute war zu Recht begeistert, von ihr, von der Band, von den gleich gebliebenen dezenten Visuals. Und Courtney ist in der Position, mehr mitreden zu können als vorher: wie schon vor kurzem Bully bei FIDLAR, überzeugte gestern ein glänzender Support Act. Die sicherlich dicken australischen Buddies Big Scary gilt es im Auge zu behalten, mit ihrem sehr stimmigen Alternative Pop.

Erfolg gibt’s nicht für umme. Die nonchalante, lesbische, tiefenentspannte Courtney Barnett, die vor zwei Jahren nicht einmal in Australien jemand kannte, weiß ihre eigene Mär dazu beizutragen, mittlerweile. Bis Silvester wird durchgerockt, und schon gestern sah sie manches Mal müde aus. Aber wenn man bei der Zugabe den eigenen Support Act auf die Bühne holt und zusammen selig grinsend einen australischen Klassiker covert und man von der ganzen Meute frenetisch gefeiert wird, darf man zu sich selbst mit Genugtuung sagen: yeah, I made it big.

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