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Massive Attack – Live im Tempodrom, Berlin

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Back with a bang! Was Massive Attack da gestern im Berliner Tempodrom ablieferten, ist die hohe Kunst des politischen Entertainment.

Nach über fünf Jahren Abstinenz überraschten Robert „3D“ Del Naja und Grant „Daddy G.“ Marshall Ende letzten Jahres mit der Ankündigung einer Headliner Europatournee, die sich binnen Tagen ausverkaufte und für die Zusatzshows gebucht werden mussten, anstatt der üblich gewordenen Festival-Auftritte. Und nicht minder unverhofft platzte, wie bei großen Acts immer häufiger der Fall, eine ankündigungslose Mini-EP ins Release-Kalendarium plus der gestreuten Aussicht, dass es noch in diesem Jahr ein neues Massive Attack-Album zu hören geben wird.

Das Credo, the winning formula, von Massive Attack lautet auch auf der „Ritual Spirit EP“: Kollaborationen. Sie sind ein derart konstantes Signum des seit Ende der Neunziger zum Duo geschrumpften Trip-Hop-Urgesteins, dass die meisten, denen Massive Attack lediglich ein vager Begriff ist, nicht zuordnen können, wer jetzt eigentlich in dieser Band ist und wer nicht.

Shara Nelson im wohl ersten One-Take Musikvideo der Popgeschichte „Unfinished Sympathy“, Elizabeth Frazer im noch immer Gänsehaut erregendem Übersong „Teardrop“ oder – seit dem letzten Album „Heligoland“ – Trickys Ex-Frau Martina Topley-Bird: keiner der unzähligen Sängerinnen und Sänger eines einschlägig bekannten Massive Attack-Songs ist eigentlicher Teil dieser Band.

Für Fans ein großer Aha-Moment: Die Meldung, dass Tricky wieder zu Del Naja und Marshall gefunden hat, festgehalten im vielleicht stärksten Song der neuen EP. Zum ersten Mal seit den Anfangstagen dieses experimentellen Beat-Kollektivs vor einem viertel Jahrhundert hören wir wieder Adrian Thaws unnachahmlich zur sphärischen Düsternis Massive Attacks passende Stimme.

Doch Tricky steht nicht mit auf der Bühne, er hat sein eigenes neues Album, und kommt auch in Bälde vorbei. Stattdessen die schon erwähnte Martina Topley-Bird, die nicht nur die schwere Bürde des „Teardrop“-live-performens meisterhaft löst. Und freilich Reggae-Legende Horace Andy, als einziger auf allen fünf Massive Attack-Alben dabei, sowie die Polit-Hip-Hop-Avantgardisten, Mercury-Award-Gewinner und guten Buddies Young Fathers, die auch den Support für die Tour machen.

Die politische Dimension ihrer Musik dürfte die entscheidende Schnittstelle sein, für die alten Hasen Massive Attack mit den jungen Hüpfern von den Young Fathers Bühne und Mic zu teilen. In beeindruckender Manier durchzog der theoretisch durchaus nostalgie- und freudentränentaugliche Abend eine Aura des Aktivismus.

Eine außerordentlich imposante Video-Leinwand – einzelne Panels, individuell schwenkbar wie Displays einer Spiegelreflexkamera – gepaart mit einer Lichtshow der Güteklasse konfrontierten das Publikum mit Massive Attacks schon immer zwischen den Zeilen versteckten politischen Botschaften: Kriege, Flüchtlingskrise, Terrorismusursachen, westliche Heuchelei.

Video-Botschaften und Licht nahmen den auf der Bühne agierenden Musikern häufig die Aufmerksamkeit, doch war dies genauso gewollt. Massive Attack stellen nicht sich in den Fokus, sondern ihre Botschaft. Und die lautet ganz klar:

Engagiert euch, macht die Welt zu einem weniger düsteren Ort!

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