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Anna von Hausswolff und Swans – Live im Feierwerk, München

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1982 – 1997. 2010 – 2016.

Auch die zweite Etappe der Swans geht nun zu Ende. Nach vier Alben und fünf Welt-Tourneen.

Swans sind bekanntlich nicht für jedermann, aber wer einmal Zugang zu der apokalyptischen Musik gefunden hat, den lässt sie nie wieder los. Swans sind keine Band, aus der man heraus wächst oder die irgendwann nicht mehr relevant wird. Oder wie es ein MusikBlog Redakteur bereits 1992 formulierte: „Swans sehen und sterben“.

Der Autor erinnert sich noch an das Abschlußkonzert der “Swans Are Dead” Tour im März 1997 im Komm in Nürnberg und das damalige enge Gefühl im Magen. Das gleiche Gefühl stellt sich auch heute ein, beim Konzert ihrer vorerst letzten Tournee im ausverkauften Feierwerk in München.

Doch zunächst beginnt es mit Anna von Hausswolff als Support. Wie MusikBlog schon bei ihrem letzten Konzert 2013 an gleicher Stelle feststellte, weckt sie mit ihrem Sound – besonders live – Swans Assoziationen. So war es nur eine natürliche Entwicklung, dass Anna für die Swans auf ihrer Abschiedstour in Europa eröffnet.

Bereits mit ihrem aktuellen Album „The Miraculous“ von letztem Jahr, von dem sie die meisten Stücke spielt, hat sich Anna den Swans angenähert. Das wird nun noch verstärkt durch eine „Langversion“ ihrer Titel und durch Swans Soundwerker Kristof Hahn als Gastmusiker auf der Bühne.

Von Hausswollfs Stimme ist sehr verhallt und erinnert an Alison Shaw von den verehrten Cranes in deren Anfangsjahren. Untermalt wird es von dem dramatischen Sound, den ihre Musiker erzeugen. Selten gab es eine so ebenbürtige Vorband und nach knapp 45 Minuten ist Anna von Hausswolffs Performance leider schon zu Ende.

Nach ebenso langer Pause kommen die Swans dann – anders als bei den letzten Konzerten üblich – alle auf einmal und ohne langes Intro auf die Bühne. Percussionist Thor Harris ist diesmal nicht dabei, weil er sich um seine Mutter in Texas kümmern muss, und wird ersetzt durch Keyboarder Paul Wallfisch von The Ministry Of Wolves.

Es beginnt mit „The Knot“ – einer Variation des Songs “No Words/No Thoughts” vom 2010er Album “My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky”, dem ersten nach dem Neubeginn.

Es folgen überwiegend Stücke vom aktuellen und vorerst letzten Album „The Glowing Man„. Mit „The Man Who Refused To Be Unhappy“ ist auch ein neuer Song dabei, den die Swans erst jetzt im Oktober auf Tour geschrieben haben oder wie Michael Gira sagte “angefangen haben, zu entwickeln”. Auch auf der „Swans Are Dead“ Tour gab es mit „Feel Happiness“ einen neuen und später nur als Liveversion veröffentlichten Titel.

Swans machen Musik für die Ewigkeit und so fühlen sich auch ihre Konzerte an. Um das Ewige zu betonen, sind in den letzten Jahren die Swans Titel immer länger geworden und können auch mal eine halbe Stunde lang sein. Heute macht die Band jedoch anders, als sonst, zwischen den Stücken eine Pause und lässt sie nicht einander übergehen.

Wie immer bei ihren Konzerten eröffnen die Swans eine eigene Welt, in die sie die Zuschauer hineinziehen. Aber das übliche, grenzüberschreitende Gefühl will sich heute nicht so recht einstellen. Die Band wirkt etwas müde und fast schon routiniert. Ekstatische Bewegungen von Michael Gira fehlen und auch sein Gesang wirkt kontrollierter als bei früheren Konzerten.

Nach knapp 2 1/2 Stunden geht das Konzert dann mit dem großartigen, überlangen „The Glowing Man“ zu Ende. Michael Gira weist an, das Licht im Saal einzuschalten, stellt die Band vor und bedankt sich dann ausführlich gemeinsam mit seinen Mitstreitern.

Das Feierwerk leert sich langsam, das traurige Gefühl in meinem Magen ist Erschöpfung gewichen.

Den letzten Titel auf “The Glowing Man” singt Michael Gira gemeinsam mit seiner Frau Jennifer. Der Song ist nur 6 Minuten lang, klingt ganz anders als die anderen Albumtitel und erinnert stark an die 1990er Platten mit Jarboe, den besten der Bandgeschichte. Und mit dieser versöhnlichen Reminiszenz schließt sich der Swans Kreis und wir alle können mit dem Ende dieser weiteren Ära unseren Frieden finden. Finally, Peace.

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