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Talisco – Capitol Vision

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2014 gelang Talisco dieser schmale Grat zwischen geschmackssicher und quotenkompatibel. Mit dem knackigen Gitarrenpop von „Your Wish“ landete der Franzose einen handgemachten Hit, dessen Hooks gar nicht mal so nach arg kalkulierter Single wirkten.

Mit seinem eher breitentauglichen Folkverständnis, das Talisco mit elektronischen Effekten versah, ist ihm etwas Originelles gelungen. Sein Nachfolger vergisst den halbfertigen Masterplan nun komplett– und macht gerade deswegen alles richtig.

Okay, zugegeben: Sein Faible für problemlos pfeifbare Refrains hat der Gitarrist nicht verloren. Auch das Drumpedal in „Monsters And Black Stones“ schielt eindeutig in Richtung Stadion. Aber angenommen, dass Talisco dort landen würde:

Die Welt wäre dann zumindest ein klein wenig gerechter. Und das nicht nur, weil Album Nummer zwei wärmer wirkt und dem Piano eine zentralere Rolle als noch auf den Stücken von „Run“ zugeschrieben wird.

Obwohl Talisco vereinzelt mit Samples arbeitet (die Bläser in „Thousand Suns“ kommen vermutlich aus der Büchse), diverse Songfolien wie „Behind the River“ gar nicht selten an die Electropopmuster der Landsmänner Phoenix erinnern, wirkt „Capitol Vision“ alles in allem geerdet, im Wesentlichen eine Spur rauer.

Das eigene Ziel, die Energetik seiner Liveshows einzufangen, dürfte Talisco somit erfüllt haben. Die eher kantig eingestellten Gitarren von „Sitting With The Braves“ wagen Pause und leichten Formatbruch, generell präsentieren sich Taliscos Riffs weniger zackig und pointiert, trauen sich stattdessen mehr Fläche einzunehmen.

Diese Momente experimentell zu nennen, wäre übertrieben, dennoch wagt Talisco bisweilen den Konturbruch. „Behind The River“ und auch der Abschluss „The Race“ brechen so mit einer epischen Orgel durch die Wand. Das ist zwar alles noch Arcade Fire in der Light-Version, aber zu pompöse Arrangements würden Talisco als Down-to-earth-Singersongwriter letzten Endes auch nicht wirklich adäquat stehen.

Dass er sich auch im klassischen, reduzierten Akustikformat versteht, stellt er jedenfalls ebenso unter Beweis.

Dennoch vernimmt man lediglich am Rande den traurigen Hintergrund des Albums: Das Album ist Taliscos Onkel gewidmet, der ihm sehr nahestand und unerwartet verstarb. Obwohl das Songwriting mehr konkrete Ereignisse aus Taliscos Leben aufgreift, drängt sich dieser biographische Niederschlag nicht auf. Eine der Stärken des Albums.

Eine weitere: Hits machen, die nicht nach Zahlen gemalt sind.

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