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Mac DeMarco – This Old Dog – Sommer im Ohr

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Endlich Sommer! Zumindest im Ohr. Denn während draußen der Frühling noch arg mit dem Winter um die Wette regnet und der Sommer noch irgendwo hämisch hinter einer Wolke wartet, schickt uns Mac DeMarco etwas Sommer-Surfer-Feeling ins Wohnzimmer. Danke dafür!

Sein Neuling „This Old Dog“ trägt 13 Songs, schlicht und schlank, doch nie banal. Etwas Gitarre, etwas Synthie und seine unaufgeregte Stimme – fertig ist das Album des Kanadiers mit italienischen Wurzeln, blauen Augen und markanter Zahnlücke.

Doch ganz so einfach sei es dann doch nicht gewesen. Die Songs nahm er noch als Demoversion in New York auf, zog danach nach Los Angeles und ließ die Westküste erstmal auf sich und seine Songs wirken. Sie sind irgendwie melancholisch. Überlegt. Reif und bodenständig. Und doch leicht. Man ahnt nicht, dass der aufgeweckte Musiker mit Baseballcap erst 27 ist.

Jizz Jazz. So nennt er seinen Musikstil selber auch mal gerne. Was genau damit gemeint ist, bleibt ein Rätsel. Da mischt sich Singer/Songwriter mit Surf und leichtem Pop oder eben Jazz. Einer Schublade kann man Mac DeMarco kaum zuordnen.

Das ist aber auch total unwesentlich, Hauptsache, er macht genau das, was er macht. Musik sei doch eigentlich sein Hobby, und genau so unbeschwert kommt sie daher. Und doch manchmal mit einer Prise Melancholie.

„This Old Dog“ hat definitiv das Potential, zu dem Sommeralbum zu werden. Nicht jenes für die rauschenden Partys, sondern das für die lauen gemütlichen Sommerabende, Lagerfeuer, Bierchen, leichter warmer Wind. So klingt Mac DeMarco auf diesem Album. Es ist Musik für die kleine Bühne. Schließlich sagt er auch von sich selbst, er spiele lieber in einer Stadt mehrere kleine Shows, als eine Halle zu füllen.

Auf „This Old Dog“ macht DeMarco so ziemlich alles richtig: Er beginnt luftig leicht, Feelgoodmusik, wird dann immer wie schräger, ohne jemals ganz ins Absurde zu entgleiten, bis er bei der letzten Nummer “Watching Him Fade Away” tatsächlich wegfaded, sich verzieht. Musikalisch. Ist die Repeattaste auch brav eingeschaltet, weckt einem dann der leicht fröhliche Blubbersong vom Anfang wieder angenehm auf.

“My Old Man” heißt dieser besagte erste Song, gefolgt vom Titel gebenden “This Old Dog”. Ein guter Start. Wie Luftbläschen kräuselt sich der erste Song durch die Ohren um vom zweiten, leicht schleppenden Gitarren-Synthie-Gemisch, aufgefangen zu werden.

“Baby You’re Out” ist die dritte Nummer des Werkes und klingt irgendwie nach William White. Kennt den noch jemand? Halb Schweizer, halb aus Barbardos stammend unterstreicht dieser das Klischee des easy Surfers musikalisch.

Genauso klingt auch “Baby You’re Out”, bevor Mac DeMarco mit der nächsten Nummer “For The First Time” einen kitschigen Kaffee-Werbung-Sound-Ausrutscher begeht – mit verzerrten Sythiesizereinwürfen, zum Glück. Also doch wieder alles richtig gemacht.

Auf dem Album des jungen Musikers dreht sich vieles ums Altwerden, um Verlust oder gar Tod. Das Leben halt, wie er findet, Dinge, denen man auch mit Mitte zwanzig schon sehr reif gegenübertreten kann. Mac DeMarco ist der lebende Beweis.

Den thematischen Rahmen dieses Werkes bildet die komplizierte Auseinandersetzung mit der Beziehung zu seinem Vater, der ihn als Vierjähriger sitzen ließ. Auch spätere Annäherungsversuche bleiben zaghaft. Im Opening Track “This Old Man” singt er über die Furcht, seinem Vater im Spiegel zu begegnen, wenn er sich selber betrachtet. Um dann in “Watch Him Fade Away” diese ungeliebte und doch auf ewig mit ihm verbundene Person wieder zu verlieren.

“This Old Dog” ist eine musikalische Wohlfühloase, die erstmals von der genau in der Mitte des Albums stehenden Nummer sieben “Sister” unterbrochen wird. Ein Intermezzo von einer Minute und achtzehn Sekunden. Melancholisch. Nachdenklich. Ein Verlust von einer “Schwester”, ob es sich dabei um die eigene Halbschwester handelt, bleibt dabei unklar.

Mac DeMarcos Nichtschubladisierung schleicht sich schließlich weiter. Mal landet man mit “One More Love Song” im Sound einer rauchigen Bar, mal tief in den Achzigern, wie in “On The Level”.

Oder verträumt wie in “Moonlight On The River”, welches mit seiner Länge von über sieben Minuten trotzdem nie langweilig wird. Ein einfacher Song, von leichter Hand arrangiert und doch nie simpel. So ergibt Minus mal Minus eben unweigerlich Plus.

Nach fünf Minuten Romantik pur, kracht die elektrische Gitarre rein, psychedelischer Hall, schiefe Klänge. Ohne dabei die Grundruhe zu verlieren. Teilweise klingt diese Gitarre gar wie die Melodie aus einem überdimensionierten Computerspiel. Kein Wunder, war er, und ist es noch heute ab und an, ein leidenschaftlicher Zocker.

Heute allerdings interessiert DeMarco mehr der Soundtrack als das eigentliche Spiel. Heute, heute ist die Musik sein Spiel.

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