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Laibach – Also Sprach Zarathustra – Hörplatz Im Theater

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Erleichtert, entspannt und episch triumphierend, so klingt der Auftakt „Vor Sonnenuntergang“. Doch was so versöhnlich anfängt, wie ein Roland-Emmerich-Film für gewöhnlich aufhört, ist in Wirklichkeit nicht Filmmusik zum Blockbuster-Happy-End, sondern Epilog eines wirren Requiems auf die Menschheitsgeschichte.

Das slowenische Künstlerkollektiv Laibach frönt in seiner x-ten Reinkarnation, auf seinem sage und schreibe 32. Album, im Speziellen der gleichnamigen philosophischen Schrift von Friedrich Nietzsche und im Allgemeinen dem Nihilismus mit seinen dunklen Endzeitszenarien.

„Der Mensch ist kein Zweck/ Ein Übergang und ein Untergang/ Der Mensch ist gegen sich selber/ Das grausamste Tier/ Dunkel ist die Nacht“, so sprech-singt eine Grabesstimme im zweiten Stück „Ein Untergang“. Das liest sich nicht nur wie ein Rammstein-Song, es klingt auch nach deren Sänger Till Lindemann.

Fans von Rammstein wissen aber, dass hier nicht etwa Laibach den musikalisch erfolgreichsten deutschen Exportschlager seit The Scorpions kopiert, sondern umgekehrt. Oder milder ausgedrückt: Rammstein haben schon Anfang der Neunziger in Laibach ihre großen Meister und Vorbilder gefunden.

Und so lässt sich auch Laibachs Sound am ehesten als eine weniger extreme Mischung aus Rammstein (minus der kreissägenden Holblockgitarren) und Einstürzende Neubauten beschreiben, die das Orchester gerne klassisch mit einbezieht.

Schon seit 1980 ist Laibach jene Band in wechselnder Besetzung an der Seite der Malergruppe IRWIN und der Theatergruppe NORDUNG. Die drei Parteien zusammen performen unter dem Banner NSK (Neue slowenische Kunst).

Und hier zeigt sich auch das Dilemma, das mit „Also Sprach Zarathustra“ einhergeht. Die Musik darauf gehört zu einem interdisziplinären Gesamtkunstwerk, das zwingend Bilder braucht, um lebendig zu werden – und umgekehrt.

Für sich genommen, wirkt die Platte fahrig und ziellos. Die Story verliert ihren Kontext. Da sind Fragmente aus Industrial, wage avantgardistische Soundelemente, Schemen und Fetzen aus Klassik und Neoklassik.

Und dazwischen kommt dann immer wieder die Grabesstimme, die zu Milan Fras gehört (einem äußerlich in Sowjetunion-Zeiten hängen gebliebenen Untertagearbeiter). Eine Stimme, die mit Sätzen wie „Wir haben das Glück erfunden“ oder ihrem lautmalerischen Schnarchen in „Nachtlied II“ eigentlich nie so düster und bedrohlich wirkt, wie sie gerne wäre.

Die große Furcht vor der Apokalypse und den Dystopien danach bleibt auf „Also Sprach Zarathustra“ einfach aus. Dafür klingt alles zu sehr nach Hörplatz im Theater. Und so schlimm wird’s schon nicht werden, wenn man sich auch zu KIZ’s romantisierter Endzeithymne „Hurra Die Welt Geht Unter“ bestens in die Sonne legen kann.

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