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The Voidz – Virtue

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Julian Casablancas‘ Post-Strokes-Ära nimmt endlich gelungene Formen an. Das beginnt allein damit, dass sein Projekt fortan nur The Voidz heißt und nicht mehr leicht umständlich Julian Casablancas+The Voidz.

Aber auch musikalisch hat man endlich das Gefühl, es mit einem ernstzunehmenderen Unterfangen zu tun zu haben, als mit einem Musikprominenten, der, so lange sein Name drauf steht, mit irgendwelchen Musikern machen kann, was er will, ein Label, einen Vertrieb wird das Ganze schon finden.

Denn „Virtue“ atmet viel mehr als bloßen Willen zur Pop-Verstörung und gelebten Anti-Haltungen, wie seinerzeit das bis zur überstrapazierten Sinnlosigkeit noisige Debüt „Tyranny„.

„Virtue“ vereint vielmehr all die rebellischen Ansprüche ihrer Protagonisten und vermengt sie gekonnt und gelungen mit dem, was alle Arten von Unterhaltungsmusik am Ende des Tages nun mal leisten müssen: ein Mindestmaß an Eingängigkeit und akustischer Schönheit vorweisen. Niemand hört sich dauerhaft Unhörbares an, egal wie anti er oder sie sein will.

Denn ganz ehrlich: guckt man sich die lustigen Herrschaften von The Voidz an, ahnt man, wie unfreiwillig komisch das auf Steuerämtern und Thanks-Giving-Familienzusammenkünften gleichermaßen zugeht, mit diesen vollkommen ernstgemeinten Vokuhilas und Anti-Mode-Statements.

Doch all der New Yorker Anti-Haltung, dem Noise, dem Punk, dem Weirdo-Geschrammel treten Indie-Rock-Melodien bei, die zündeln, die Zugänglichkeit vermitteln, die eine Brücke bauen zwischen Auto-Tune-Gesangsexperimenten und Italo-Disco und Dance-Pop. Der verrückte Noise-Indie-Rock der Voidz bekommt auf „Virtue“ Form und Strahlkraft, ganz anders als das akustisch tatsächlich tyrannisierende „Tyranny“.

Einzig in der Länge schießt „Virtue“ ein bisschen über das Ziel hinaus. Strenger kuratiert, hätten gut vier Songs von Bord genommen werden können. Sei’s drum: „Virtue“ ist ein starkes, ein komisches, ein herrlich schräges Album und nach langer Durststrecke endlich wieder eine Punktlandung eines Mannes, der mit anderen Buddies immerhin Rockgeschichte geschrieben hat.

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