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Das war schon eine neue Situation – ClickClickDecker im Interview

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Vier Jahre nach dem letzten Album „Ich glaub dir gar nichts und irgendwie doch alles“ kommen ClickClickDecker endlich mit einem neuen Studio-Lebenszeichen um die Ecke. „Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten„, so der Titel des sechsten Longplayers der mittlerweile zum Trio aufgestockten Indie-Pop-Combo präsentiert sich als eine tiefgehende Atmosphäre-Melange aus noisigem Folk-Rock und fluffigem Kammerspiel-Pop. Kurz vor der Veröffentlichung des neuen Schaffens trafen wir uns mit Band-Aushängeschild Kevin Hamann zum Interview und plauderten über internes Wachstum, dunkle Momente und musikalische Kommunikationswerkzeuge.

MusikBlog: Kevin, was macht „Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten“ für dich zu einem besonderen Album?

Kevin Hamann: Ich denke, dass jedes neue Album irgendwie „besonders“ ist. Man entwickelt sich ja als Mensch und Künstler weiter. Jedes Album ist das Abbild eines bestimmten Zeitraums. In dem neuen Album steckt so ziemlich alles drin, was mich und uns als Band in den vergangenen drei Jahren beschäftigt hat. Hinzu kommt, dass wir jetzt als festes Trio fungieren. Das ist natürlich auch nochmal etwas anderes und besonderes.

MusikBlog: Wie kam es zu der Personalaufstockung?

Kevin Hamann: Das hat sich irgendwie so ergeben. Sebastian (Sebastian Cleeman, Drummer) ist ja jetzt schon seit zehn Jahren mit dabei. Seit fünf Jahren begleitet er uns live auf der Bühne. Da lag es einfach nah, ihn für das neue Album komplett mit einzubinden.

MusikBlog: Ist dadurch eine neue Arbeitsdynamik entstanden?

Kevin Hamann: Die erste Zeit war natürlich total spannend für alle Beteiligten. Wir haben ja früher auch schon mit Drums gearbeitet. Die hab ich dann meist am Computer zusammengebastelt. Manchmal haben Oliver und ich auch einzelne Parts selber eingespielt. Jetzt standen wir plötzlich zu dritt im Studio. Das war schon eine neue Situation.

MusikBlog: Lief denn alles wie erhofft?

Kevin Hamann: Zu Beginn auf jeden Fall. Wir sind ja keine Band, die mit Konzepten oder vorgefertigten Strukturen arbeitet. Bei uns basiert vieles auf dem Zufallsprinzip. Wir lassen die Dinge meist einfach so laufen und schauen dann, wohin die Reise geht. Diesmal war es aber so, dass wir es irgendwann zeitlich nicht mehr geschafft haben. Wir haben ja alle noch feste Jobs neben der Band. Das haben wir dann im Kollektiv irgendwann nicht mehr ganz hinbekommen, so dass der Hauptteil des Albums bei mir daheim im Schlafzimmer entstanden ist.

MusikBlog: Auf dem neuen Album gibt es wieder unheimlich viel zu entdecken. Ihr präsentiert euch erneut extrem experimentierfreudig und abenteuerlustig. Mein persönliches Herzstück auf dem Album ist „Schreckmensch“, ein Song mit einer tieferen Geschichte, oder?

Kevin Hamann: Wenn man den kurzen Text des Songs gesondert betrachtet, dann ist es sicherlich ein sehr direktes Lied. So konkret kriege ich das nur selten hin. Aber in dem Fall ist es einfach passiert.

MusikBlog: In dem Song heißt es: „Was ich von mir sagen will und was ich von mir halte / ich bin der schrecklichste Mensch der Welt.“ Das ist ja mal ein Statement.

Kevin Hamann: In dem Moment habe ich mich einfach so gefühlt. Ich war betrunken und am Boden. Das war so die Hochzeit meiner depressiven Phase. Ich habe da einfach mein Innerstes nach außen gekehrt. Ich wollte das eigentlich gar nicht auf dem Album haben. Aber die Jungs haben mich letztlich überredet, es doch mit einzubinden. Und ich bin mittlerweile sehr froh darüber.

MusikBlog: Hat die Musik in so einer Situation eine heilende Wirkung?

Kevin Hamann: Heilend würde ich jetzt nicht sagen. Das wäre übertrieben. Die Musik hat mir aber dabei geholfen, meine Gefühle und Gedanken nach außen zu tragen. Die Musik war ein Kommunikationswerkzeug. Das war schon sehr wichtig.

MusikBlog: Wie geht ihr das Schreiben von Musik an, damit am Ende genau diese Form der Kommunikationshilfe präsent ist?

Kevin Hamann: So gehen wir da gar nicht ran. Wir sind da immer ganz entspannt. Was funktioniert, das wird genommen. Was nicht passt, das wird verworfen.

MusikBlog: Klingt in der Tat sehr entspannt.

Kevin Hamann: Wir machen uns da wirklich keinen Druck. Uns ist eigentlich nur wichtig, dass wir am Ende ein stimmiges Gesamtwerk haben. Wir sind nämlich totale Albumfanatiker. Wie die einzelnen Bausteine dafür zusammengesetzt werden, ist immer unterschiedlich. Wir sind keine Band, die ins Studio geht, um Songs einzuspielen. Wir tun uns auch immer sehr schwer damit, wenn es um Auskopplungen geht. Bei uns steht das Gesamtbild im Vordergrund.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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