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Ben Howard – Live in der Sporthalle, Hamburg

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Die Sporthalle in Hamburg ist groß, und trotzdem voll, wenn sich ebenso große Namen wie Ben Howard ankündigen. Dann kaufen Menschen Karten als Geschenke, organisieren den Konzertbesuch als Trip unter Freunden mit dem einen Ziel, den einen Song, den man in dem einen Sommer in dem einen Urlaub rauf und runter gehört hat, mit all denen laut zu singen, die dabei waren.

Am gestrigen Montagabend stehen viele solcher Leute im Publikum. Und kaum einer singt mit, woran liegt’s?

Bevor wir uns dieser Frage widmen erst einmal zum Support. Hater dürfen die Bühne eröffnen und machen das ordentlich. Vier mal lange Haare, eine Frau und drei Männer stehen da vorn und ganz zeitgeistig vor einem Publikum, das auch gern so aussehen würde.

Lo-Fi und Indie-Pop füllen die Halle aus, die Hater mit ihrem Zweitling „Siesta“ bespielen. Wo andere Bands an der Größe der Bühne zerbrechen und lediglich zu Hintergrundbeschallung und Atmosphäre verkommen würden, zeigen Hater, dass sie auch Festivals können.

Unbeirrt vom schnatternden Publikum und einem relativ kurzen Set wirkt sogar die Lichtshow elaborierter, als mancher Hauptact das in der Sporthalle abzieht. Vier langhaarige Schöpfe verabschieden sich, ein Haufen differenter betritt die Bühne.

Und in der Mitte? Natürlich nur einer, der kaum ein Wort verliert und gesenkten Hauptes die ersten Lieder halb in seinen Bart und halb ins Mikrofon entlässt. „Nica Libres At Dusk“ und „Towing The Line“ machen den Anfang der Ben Howard Show und aufmerksam darauf, was zum Konzept des Abends werden soll.

Anders als andere Künstler, die um die Popularität einzelner Songs wissen und ihre Setlist gern den örtlichen Hörgewohnheiten anpassen, bleibt Ben Howard nämlich konsequent – und spielt sein komplettes aktuelles Album „Noonday Dream“.

Der einzige Moment, in dem jedenfalls einige mitsingen, ist der, in dem er „Wild World“ von Cat Stevens anstimmt, während im Hintergrund eine expressionistisch verfärbte Szene des Wahnsinns am Black Friday abgespielt wird.

„Uff“, denken sich einige im Publikum, die ihre teuren Tickets schon in ihrer Hand zerschmelzen sehen und sich verzweifelt und fragend umschauen. Ob „Keep Your Head Up“ und „I Forget Where We Were“ doch noch gespielt werden? Im besten Fall finden sie dabei jemanden, der sie an die Hand nimmt und durch einen Abend führt, der für einige vielleicht ungewohnt ist, aber eigentlich das Künstlersein zelebriert.

Der Künstler nämlich, Ben Howard, stellt bewusst sein neues Album ins Zentrum des Abends, verschwindet selbst hinter seinen eigenen Instrumenten und wächst zum Intendanten seiner eigenen Schöpfung heran.

Das klingt zwar pathetisch, aber wenn Ben Howard auf die Knie geht, um am Vocoder alles zu verfremden, was noch auf ihn hindeutet, wenn das Spotlight seine Gitarre einfängt und nicht sein Gesicht, wenn auf der riesigen Leinwand hinter ihm vom Blumenfeld bis zum Sturm auf reduzierte Fernseher alle möglichen Bilder mit seiner Silhouette verschwimmen, dann beweist das Mut und Überzeugung. Zwei Eigenschaften, die in der Pop-Maschinerie oft verloren gehen.

Imperfekt, aber als unbrechbare Einheit präsentiert er „Noonday Dream“ so, als bestünde es aus einem langen Song. Einem Song, der von niemandem pausiert werden kann, weil er niemandem gehört. Und doch gibt es nachher Applaus, als Ben Howard die Gitarre weglegt.

Nachdem er sich verabschiedet hat, kehrt er zurück, um doch noch ein paar alte Lieder zu singen. „Hot Heavy Summer“, „Time Is Dancing“ und die Versöhnung ist (für die meisten) perfekt. Die anderen gehen nach Hause und ärgern sich darüber, ein Konzert gesehen zu haben. Wie das möglich ist? Verstehen wir auch nicht.

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