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Wir standen am Abgrund – Blood Red Shoes im Interview

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Satte zehn Jahre lang klebten die beiden Blood Red Shoes-Mitglieder Laura-Mary Carter und Steven Ansell förmlich wie Kletten aneinander. Angetrieben vom nicht enden wollenden Erfolg der Band gab es nur eine Marschroute: Geradeaus, und immer weiter und weiter.

Nach der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Viertwerks zogen die Blood Red Shoes dann die Reißleine. Nichts ging mehr. Knapp fünf Jahre später meldet sich das Duo aus Brighton nun endlich zurück. Und mit im Gepäck haben die Blood Red Shoes das brandneue Studioalbum „Get Tragic„. Wir trafen uns mit Drummer Steven Ansell zum Interview und sprachen über Gegenwind von außen, gebrochene Knochen und den Beginn eines neuen Band-Kapitels.

MusikBlog: Steven, zwischen eurem letzten Album und „Get Tragic“ liegt eine Zeitspanne von vier Jahren. Während dieser Zeit war nicht immer klar, ob es überhaupt noch einmal zu einer Blood Red Shoes-Veröffentlichung kommen würde. Was genau war los?

Steven Ansell: Oh, es war unheimlich viel los. (lacht) Das meiste davon hätten wir uns aber gerne erspart. Wenn ich zurückblicke, würde ich sogar behaupten, dass wir in puncto interner und externer Probleme so ziemlich alles an der Backe hatten, was das Business so zu bieten hat.

Laura und ich, wir konnten uns nach 10 Jahren auf der Überholspur nicht mehr in die Augen schauen. Wir hatten regelrecht genug voneinander. (lacht) Dann hatten wir auch noch intensive Label-Streitereien zu klären.

Irgendwie ging lange Zeit gar nichts mehr. Und wenn ich ehrlich bin, bin ich schon ein bisschen überrascht, dass wir hier und heute über ein neues Blood Red Shoes-Album sprechen. Aber ich bin natürlich auch total froh und glücklich darüber. Es war schon echt eine harte Zeit.

MusikBlog: Gab es während dieser Zeit gar Momente, in denen ihr am liebsten alles hingeschmissen hättet?

Steven Ansell: Auf jeden Fall. Solche Momente gab es sogar zu­hauf. Diese Anti-Stimmung zwischen Laura und mir war schon heftig. Sie ging ja dann auch für ein Jahr nach Kalifornien, während ich eine Zeitlang einfach nur lebte und irgendwo abhing.

Irgendwie wusste man aber schon, dass sich die Wege, früher oder später, wieder kreuzen werden. Das war so ein Gefühl. Man schmeißt ja 10 gemeinsame Jahre auch nicht einfach so weg. Wir sind dann auch irgendwann wieder zusammengekommen.

Dann hat sich Laura aber beim Motorradfahren den Arm gebrochen. Das hat uns dann nochmal ein paar Monate zurückgeworfen. Die richtig derben Momente waren aber die, in denen nicht klar war, ob man uns vom Label aus nicht komplett den Hahn zudreht. Mit solchen Problem kommt man als Musiker, der von irgendwelchen Klauseln und rechtlichem Zeugs nur sehr wenig Ahnung hat, nur schwer zurecht.

Wir standen wirklich am Abgrund. Glücklicherweise hatten wir aber irgendwann einen Anwalt bei der Hand, der uns dabei unterstützte und dafür sorgte, dass wir das Album doch noch aufnehmen konnten. Wenn das nicht funktioniert hätte…

MusikBlog: Gut, dass es so gekommen ist. Inwieweit hatten all diese Probleme Auswirkungen auf die musikalische Ausrichtung von „Get Tragic“?

Steven Ansell: Das Album spiegelt unsere kompletten Emotionen während dieser Zeit. Es ist quasi ein musikalisches Abbild der vergangenen vier Jahre. Die Wut, der Frust, die Trauer, aber auch die Hoffnung: Es steckt alles drin.

MusikBlog: Demnach ist der Albumtitel…

Steven Ansell: …Programm! Genauso ist es. (lacht)

MusikBlog: Was neben den aufwühlenden Lyrics besonders auffällt, ist der vermehrte Einsatz von elektronischen Elementen. Eine zwangsläufige Veränderung?

Steven Ansell: Ich denke, man hätte all die Gefühle, Gedanken und Emotionen sicherlich auch gitarrenorientierter einfangen können. Uns war aber wichtig, all die Veränderungen in unserem Dasein auch nochmal musikalisch zu untermalen.

Das mag ein bisschen abgedroschen klingen, aber „Get Tragic“ hat für uns schon etwas von einem Debütalbum. Wir schlagen ein neues Kapitel auf. Wir sind immer noch die Blood Red Shoes. Aber wir haben uns verändert – nicht nur als Menschen, sondern auch als Musiker.

Die letzten vier Jahre waren wirklich prägend für uns. Und gemeinsam mit unserem Produzenten Nick Launay haben wir nun neue Türen öffnen können. Ich denke, dass wir mit diesem Album einen ganz wichtigen Schritt nach vorne gegangen sind.

MusikBlog: Ergo: Alles wieder in Butter im Hause Blood Red Shoes? Auch du und Laura seid wieder ein eingeschworenes Team?

Steven Ansell: (lacht) Ja, definitiv. Ich kann mich noch sehr gut an unseren ersten Moment nach der Pause erinnern. Ich flog zu ihr rüber nach Los Angeles. Und am Flughafen fielen wir uns das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit wieder als „Freunde“ in die Arme. Das war ein magischer Moment.

Danach haben wir stundenlang gequatscht und dabei unzählige Margeritas getrunken. Das war der Beginn eines ganz neuen Miteinanders. Und natürlich auch der Beginn eines neuen Blood Red Shoes-Kapitels. Diesen Tag werde ich nie vergessen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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