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Amber Run – Philophobia

RubrikAlben
Künstler*inAmber Run

Philophobie. Welche Erkrankung passt besser zur Generation Y, als die Angst vor der Liebe? Man will sich nicht festlegen, wurde schon zu oft verletzt oder ist schlichtweg zu kaputt, um sich auf eine ernsthafte Beziehung einzulassen.

Man sieht, es gibt genügend Gründe dafür, dass Amber Run sich auf ihrem aktuellen Album „Philophobia“ genau damit auseinandersetzen. Eine ganze Platte voll mit Songs, die sich um jede Form der Liebe drehen.

Dass die Liebe eines der meist besungenen Themen in der Musikwelt ist, ist keine neue Erkenntnis. Der Sound, in den Amber Run ihre Lyrics verpacken, fällt genauso überraschungsarm aus wie die Themenwahl.

Was natürlich nicht bedeutet, dass „Philophobia“ eine schlechte Platte ist. Amber Run machen nach wie vor handfesten Indie-Rock, der Pop nicht als Schimpfwort benutzt. Bestes Beispiel ist „The Darkness Has A Voice Tonight“:

Dreieinhalb Minuten, ein bisschen Hall, treibendes Schlagzeug und ein solides Gitarren-Solo, bevor in der Bridge Joe Keoghs langgezogene „Ohs“ auf das große Finale zusteuern. Das bleibt im Ohr und geht in die Beine. Aber genau zu dem Sound hat man eben auch schon vor zehn Jahren im Kellerclub getanzt.

„Neon Circus“ klingt wie eine angriffslustige Strokes-Hymne und nicht nur das exponierte „Hey Now“ in den Lyrics erinnert an Oasis.

„No One Gets Out Alive“ könnte sich zu Beginn noch unauffällig auf das aktuelle Keane-Album schleichen, während Joe Keogh seinen Gesang gegen Ende fast mantraartig steigert.

Schade ist, dass Amber Run an dieser Stelle zu früh abbrechen. Gerade, wenn sich der Hörer richtig in die Düsterheit der Zeilen eingefunden hat und die Intensität zur Hochform auflaufen könnte, endet der Song abrupt.

Gegen Ende gibt es dann aber doch noch eine kleine Überraschung. „Entertainment“ überzeugt nicht nur mit einem harten Riff zu Beginn, das unweigerlich an Amber Runs Landsleute von Royal Blood erinnert, sondern auch mit einer spannenden Bass-Linie.

Den perfekten Kontrast liefert das Klavier in der Bridge, bevor Amber Run wieder mit voller Instrumentierung Richtung Zielgerade lospreschen. Davon gerne mehr.

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