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Tindersticks (Credit Richard Dumas & Suzanne Osborne)

Tindersticks – No Treasure But Hope

Wenn die Tindersticks eine neue Platte ankündigen, kann ungehört davon ausgegangen werden, dass sich diese im Premium-Sektor ansiedeln wird.

Dass sich die Nottinghamer dabei nicht wesentlich von dem entfernen werden, mit dem sie sich den Status der Könige des Chamber-Pop erspielt haben, ist dabei so wahrscheinlich wie die Annahme, dass – wie zuletzt auf „The Waiting Room“ – neue Klang-Nuancen beigefügt werden, die den Sound der Männer um Stuart A. Staples weiter verfeinern, was dem gestandenen Tindersticks-Freund wiederum die Gelegenheit eröffnet, sich die Band abermals neu zu erhören.

Wie sehr die frischen Songs wieder in der Lage sind, ihren unvergleichlichen Zauber zu entfalten, war auf der kurzen Pre-Release-Tour im vergangenen Sommer zu erleben, denn einige der Stücke von „No Treasure But Hope“ feierten hier ihre Live-Premiere.

Zum Beispiel „Pinky In The Daylight“, ohrwurm-nah und mit Gitarrenspiel aus einem Fischerboot vor Capri startend, bevor ein elegischer Streicher-Satz das Stück davon trägt oder „The Amputees“, das – seiner Betitelung folgend – ideellen Verlust in physisches Leiden transformiert.

Zusammen mit dem nervösen „See My Girls“ setzen die beiden Stücke die Glanzpunkte auf einem Album, welches die ganze Schönheit und Tragik des Zwischenmenschlichen einmal mehr in ein musikalisches Bukett aus Melancholie und der Schwere einer Spätlese einbindet, dessen Arrangements – aller Schwermut zum Trotz – häufig von Licht geflutet werden. Eine „Tough Love“ ändert eben die Sicht auf die Dinge, davon berichtet das gleichnamige Stück schließlich.

Einmal gefangen von Staples Gesang, dessen Timbre das Licht dimmt, und dem Spiel seiner virtuosen Kollegen Boulter, Fraser, Harvin und McKinna, folgt man den Ruf der Bläser von „Trees Fall“, fährt mit einem reduzierten Piano „Carousel“, lässt sich trotz der Warnung „Take Care In Your Dreams“ von dessen Leichtigkeit anstecken oder mit dem Wellenrauschen von „The Old Mans Gait“ treiben.

Es gab schon vor „No Treasure But Hope“ weit mehr als Fifty Shades of Tindersticks, mit dem 11. Studioalbum kommen zehn weitere dazu.

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