Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Lee Ranaldo & Räul Refree (Credit Ari Marcopoulos)

Lee Ranaldo And Raül Refree – Names Of North End Women

Die Quellen der Inspiration sind nicht nur für Musiker so heterogen wie deren Wirkung auf ein mögliches Ergebnis. Lee Ranaldo ereilte es diesmal beim Gehen. Genauer gesagt beim Spazierengehen im kanadischen Winnipeg.

Die Straßen, die er durchschritt, trugen Frauennamen, ohne dass dafür eine Bedeutung zu erkennen war. Dagmar, Harriet, Kate – „Names Of North End Women“.

Zuletzt auf „Electric Trim“ noch die Register der Sonic-Youth-Schule in blues-gefärbtes Licht getaucht, ist die Soundidee für diese Platte eine andere, für die sich Lee Renaldo den spanischen Kollegen Raül Refree, in der Vergangenheit bereits als Produzent für ihn tätig, zum Experimentieren ins Klanglabor einlud.

Das Duo arbeitete mit Samplern, Marimba, Vibraphon und diversem Old-School Equipment, etwa einem 2-Spur-Kassetten-Rekorder, die gemeinsam mit Feldaufnahmen und Drum-Sequenzen von Alt-Tapes ein Konstrukt bilden, in dem fragmentierte Songstrukturen Grundzüge von Melodien entwickeln.

Für die acht Tracks, die wie „Electric Trim“ Textbeiträge von Autor Jonathan Lethem beinhalten, trifft „New Brain Trajectory“, der Name des dritten Songs, als Grundgedanke zu. Trotzdem beinhaltet die Platte viel weniger Dissonantes als die Herangehensweise nach Vorbild der „Musique Concrète“ vermuten lässt.

Die Tonkulisse von „Words Out Of The Haze“ ergießt sich in ein Delta aus Harmonien, zu der die Elektrische heult wie der Wüstenwind, finden sich traditionelle Gesänge im Titeltrack, wird „At The Forks“ zur elektrifizierten Ballade, klingt „The Art Of Loosing“, als wären Lee Renaldo, Thursten Moore und Kim Gorden bei einem Elektro-Workshop zugange.

„Wenn du lange genug lebst, dann wirst du dich an viele Leute erinnern, die in dein Leben getreten sind und es auch wieder verlassen haben“ sagt der Protagonist. Wenn man lange genug Musik gehört hat, wird man sich vor allem an solche erinnern, die länger als für den Moment blieb.

Dazu gehört die auf „Names Of North End Women“. Kein Blockbuster, sondern Arthouse-Kino.

Schreibe einen Kommentar