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Liela Moss (Credit Paul O’Keeffe)

Liela Moss – Who The Power

Debütalben von Singer/Songwritern sind meist sehr introspektiv. Spätestens bei Künstlern, die normalerweise in ein Band-Korsett geschnürt sind, macht das auch Sinn, denn wo könnte man den eigenen Gefühlen und Gedanken mehr Raum geben, als abseits des Inputs von anderen.

Diese Thesis bestätigte auch Liela Moss – Frontfrau der britischen Rockband The Duke Spirit – mit ihrem ersten Soloalbum „My Name Is Safe In Your Mouth“, das einer Reise ins Innere der Sängerin glich.

Bei Nachfolger „Who The Power“ lässt schon allein der Titel eine andere Herangehensweise vermuten. Moss wollte weg von dem narzisstischen Schaffen von Musik, nur um sich selbst besser zu fühlen und Klickzahlen und Inhalte zu generieren und stattdessen etwas „Dringlicheres“ erschaffen.

Trotzdem griff Moss in anderen Belangen auf Vertrautes zurück, denn auch „Who The Power“ ist wieder gemeinsam mit Partner und Produzent Toby Butler entstanden und wurde im hauseigenen Studio in Somerset aufgenommen, wo die beiden gemeinsam mit ihrem Kind leben.

Während manche Kolleginnen von dem Gedanken der Mutterschaft scheinbar so fasziniert sind, dass sie ihre Songs für ihre (imaginären) Kinder als Rezipienten schreiben (wie beispielsweise Laura Marling auf ihrem aktuellen Album im April dieses Jahres), schafft Moss es trotz des heimischen Entstehungskontexts, mit „Who The Power“ die großen Themen unserer Gesellschaft zu addressieren.

Obwohl die wabernden Synthies, die definitiv eine der Hauptrollen auf „Who The Power“ spielen, zumindest musikalisch nicht gerade die Personifizierung von Dringlichkeit darstellen, versprüht das Album mit seiner getragenen Langsamkeit einen gewissen Hauch an Melancholie und Schwere, die einen aufhorchen lässt.

„Always Sliding“ klingt mit seinen Harmonien und Moss‘ getragener und tiefer Stimme nach Lana Del Rey, die langsam aber sicher auf den Thron der Traurigkeit zuschreitet.

Opener „Turn Your Back Around“ hingegen geht eher nach vorne und lässt einen – auch ohne das passende Video, in dem Moss Radioheads Thom Yorke zu „Lotus Flower“-Zeiten Konkurrenz in Sachen Ausdruckstanz macht – Dank des beständigen Grooves zumindest mit den Füßen wippen.

Trotz aller Ernsthaftigkeit hinter Liela Moss‘ Intentionen, hätte „Who The Power“ ein wenig mehr Upbeat-Vibe nicht geschadet, fließt der Großteil der restlichen Platte doch in trägen Synthie-Flächen ohne große Aufhorcher den Fluß der Gleichförmigkeit entlang.

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