Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Declan McKenna (Credit Sony Music)

Declan McKenna – Zeros

Was wäre die Popkultur ohne Hypes, die später womöglich auch einen Legendenstatus erreichen können? Genau. Während einige Wellen der Begeisterung nach dem Debütalbum oder sogar schon nach der ersten EP eines Künstlers wieder abschwappen, könnte Declan McKenna das Interesse um seine Musik und Personen mit dem zweiten Album noch erweitern.

Auch auf „Zeros“ hält er eine Wundertüte voll mit Quietsch-Gesang, spannenden Gitarrenriffs und aufwühlenden Drums bereit. Allerdings alles in einer bonbon-bunten Grundstimmung, die der Tanzfläche stets gerecht wird.

Vielleicht ist es auch genau diese Mischung, die den Hype um den Songwriter aus Großbritannien auslöste. Diese Form des energiegeladenen Indie-Pops ist gefühlt zu einer wertvollen Rarität geworden, stattdessen sind sentimentale und scheinbar tiefsinnige Töne angesagt.

Doch Tanzbarkeit bedeutet nicht die Abwesenheit von inhaltlich hochwertigen Texten. So ist sein Debütalbum „What Do You Think About The Car?“ unter anderem durch seine politischen Inhalte aufgefallen.

„Zeros“ widmet sich nun neuen Themen, unter anderem beschäftigt sich die vergleichsweise lässige Vorabsingle „Daniel, You’re Still A Child“ laut Aussage von McKenna mit der „verrückten neuen Welt“, in der wir leben.

Doch auch, wenn Indie-Pop aktueller denn je wäre, würde McKenna wahrscheinlich unter vielen Musikern hervorstechen. Der Sänger hat das Temperament eines Ezra Furman, das Charisma eines David Bowie und die Gitarrenskills einer St. Vincent. Letztere zwei benennt er auch immer wieder als klare Inspirationsquelle für seine Songs.

Und das ist nicht nur eine Wunschvorstellung von McKenna, sondern tatsächlich auch in vielen Adern von „Zeros“ hörbar. Etwa in dem beinahe schon überladenen Opener „You Better Believe!!“, der mit Roboterstimme und lauten Klaviertönen an das Draufgängertum eines jungen Bowie erinnert oder in „Be An Astronaut“, welches den Geist von „Space Oddity“ in sich trägt. Die roughen Gitarren fügen sich hier dennoch flüssig ins Bild.

McKennas Schöpfungen zu lauschen, bedeutet auch, selbst die Waage zwischen Spaß und Faszination zu halten. Der Hype um ihn könnte mit seinem zweiten Album nicht nur weiter bestehen bleiben, sondern wachsen.

Schreibe einen Kommentar