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IDLES (Credit Tom Ham)

IDLES – Ultra Mono

Sie sind zu Everybody‘s Darling geworden. Wohlgemerkt zu den kantigsten Darlings, die man sich vorstellen kann. Jeder mit sozialistischem Herzen wollte und will sie haben. Mit „Ultra Mono“ haben sich Idles zwei Jahre nach „Joy As An Act Of Resistance“ selbst wieder. Und in dieser Position werden sie immer unangenehmer – und immer besser.

Zuletzt hatte Mike Skinner für den Titelsong der aktuellen The Streets Compilation „None Of Us Are Getting Out Of This Life Alive” die britischen Post-Punk-Krawaller gewonnen. Wer die soziale Ungleichheit ins Gesicht gebrüllt bekommen mochte, buchte Idles.

Und wo „For a long long time I know I’m dirty, rotten, filthy scum” vor zwei Jahren das schönste Gift, die schönste Galle spuckte, ist Sänger Joe Talbot jetzt bei „Our government hates the poor“ und „Fuck you, I’m a lover“ angekommen.

Oder aber er bellt direkt wortlos und unmissverständlich wie ein räudiger Straßenköter in „Kill Them With Kindness“ in die verspeichelten Mikros. Dabei ist er inzwischen Jason Williamson von Sleaford Mods näher als Joe Strummer, der Stackatto-Punk dem Hip-Hop vertrauter als dem Indierock.

Es schälen sich borstigste Songs hervor. Songs wie aus Steinschleudern geschossen. Mit Post-Punk, der Blutergüsse verursacht. Freilich nicht nur Joe Talbots Verdienst, sondern vielmehr ein kollektives Streben:

Jon Beavis trommelt sich schon im Opener „War“ um den asozialen Unverstand. Mark Bowen, Lee Kiernan und Adam Devonshire bürsten mit Gitarren und Bass jede von Talbots Punchlines gegen den Strich.

Auf wirklich jedem der 12 Tracks gibt die Band musikalisch wie inhaltlich ein vitriolisches Hohngelächter und den unverblümten Sozialkommentar ihrer bisherigen Arbeit wieder, wobei Themen wie Inklusivität, Klasse, Geschlechterungleichheit, Nationalismus, Klimawandel und vergiftete Männlichkeit geradezu überschäumen.

Es sind Zeilen, die 24/7 an die Downingstreets und White Houses der Welt projiziert werden sollten und durch kugelsichere Fensterscheiben gebrüllt werden möchten.

„Cramming people into high-rises/ Selling their welfare for low price/ Public spending gets big slices/ Whilst ignoring the true crisis/ Where were you when the ship sank?/ Probably not queuing for foodbanks/ Probably waving your union jack/ Probably rallying for new tanks/ Probably to blow up the ice caps/ Because the lunatics have taken over the asylum ah ah“

Muss man noch irgendwas hinzufügen?

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