Gruff Rhys – Seeking New Gods

Irgendwann musste es ja soweit kommen: Die Rede ist von einem “unguten” Gefühl angesichts der Ankündigung eines neuen Konzeptalbums aus dem Hause Gruff Rhys. Mit seiner ausgelebten Passion für thematisch zusammenhängende Klang-Kunstwerke sorgt der ehemalige Super Furry Animals-Frontmann nun schon seit mehreren Jahren für Aufsehen.

Erst vor drei Jahren verneigte sich Rhys vor dem Ortsschild des Potsdamer Stadtteils “Babelsberg“. Nun geht es in puncto Inspiration zigtausende Kilometer weiter östlich bis zur Grenze zwischen China und Nordkorea.

Dort im fernsten Osten steht ein Vulkanberg namens Paektusan, was zu Deutsch Weißkopf-Berg heißt. Und um genau diesen Berg geht es auf “Seeking New Gods”, dem mittlerweile siebten Soloalbum von Gruff Rhys.

Die Angst vor in Klang gegossener Überforderung ist aber völlig unbegründet. Diese Erkenntnis reift bereits nach dem ersten Durchlauf des Albums. Fernab von verkopften und undurchdringlichen Songstrukturen präsentiert Gruff Rhys ein melodisches Potpourri aus vielen Genres.

Überladen oder vertrackt geht hier nur wenig bis gar nichts an den Start. Der ferne Berg, seine Geschichten und Rhys ganz persönlicher Bezug zum großen Ganzen werden musikalisch untermalt von kantig angerockten Tunes (“Hiking In Lightning”), breit aufgestellten Jam-Sessions (“Everlasting Joy”), retroeskem Indie-Pop (“Can’t Carry On”) und nach vorne marschierenden Queen-Erinnerungen (“Loan Your Loneliness“).

Experimentell und doch einer klaren Linie folgend, markiert der siebte Rhys-Streich vielleicht das bisher größte Diskografie-Ausrufezeichen. Hoch oben in Richtung Gipfel eines geheimnisvollen Berges im chinesischen Nirgendwo kraxelnd, fallen Gruff Rhys jede Menge prachtvolle Melodien in den Schoß. Da klettert man gerne mit.

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