Matthew E. White – K Bay

Matthew E. White ist ein cooler bärtiger Dude, der nach eigenem Empfinden von einem gewissen Chaos in seinem Kopf angetrieben wird. In der Tat zählen die musikalischen Outputs des Songwriters aus Virginia Beach nicht gerade zu den Werken, die einem sofort nach dem ersten Durchlauf im Ohr hängenbleiben.

Der Amerikaner mit dem kauzigen Äußeren und der chilligen Attitüde war in der Vergangenheit keineswegs untätig (White produzierte die Alben von Natalie Prass, brachte 2017 mit der Engländerin Flo Morrissey eine Cover-Sammlung an den Start und veröffentlichte mit Lonnie Holley ein bezirzendes Poesie-Album). Aber so richtig neue Solo-Songs gab es schon lange nicht mehr zu hören.

Mit seinem neuen Studioalbum “K Bay” fällt Matthew E. White in punkto Eingängigkeit nun aber erstmals mit der Tür ins Haus.

Bereits die ersten beiden Singles “Genuine Hesitation” und “Electric” klingen so, als hätte Stevie Wonder am “Fear And Loathing In Las Vegas” Soundtrack mitgeschrieben. Abgefahrene 70s-Vibes vereinen sich mit Matthews markanter Stimme zu einem wilden Jazz-Funk-Pop-Trip.

“Take Your Time (And Find That Orange To Squeeze)” startet im Stile eines robotischen Downers, ehe sich der stoische Song im Refrain öffnet und zur Tanzfläche bittet. Mystische Klavierthemen begleiten das wabernde “Fell Like An Ax”.

Nur allzu gerne lauscht man der predigenden Stimme des verantwortlichen Storytellers, wenn sich Gospel und Sci-Fi-Soundwellen in dichtem Trockeneisnebel auflösen (“Only In America – When The Curtains Of The Night Are Peeled Back”).

Auch wenn “K Bay” hinten raus vielleicht nicht mehr ganz so viele Harmonie-Höhepunkte zu bieten hat, so markiert das Album dennoch einen kleinen Wendepunkt. Mag sein, dass sich Matthew E. White in Zukunft wieder mehr seinem “Kopf-Chaos” widmen wird.

Aber wer auf besagten Songs dermaßen viel Spaß, Enthusiasmus und Freude am melodischen Musizieren verbreitet, der wird einen mindestens kleinen Inspirationsschub nicht verweigern können. Und das ist auch gut so.

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